Schlappenmoor

CDU kämpft für eine neue Brücke in Henstedt-Ulzburg

Die CDU kämpft für eine Fußgängerbrücke über die Alster im Schlappenmoor. Die alte Brücke ist nicht mehr passierbar und soll durch eine Furt ersetzt werden. Von links: Naturschutzbeauftragter Johannes Engelbrecht, Michael Meschede, Jürgen Hartmann, Elisabeth von Bressensdorf und Margitta Neumann.

Die CDU kämpft für eine Fußgängerbrücke über die Alster im Schlappenmoor. Die alte Brücke ist nicht mehr passierbar und soll durch eine Furt ersetzt werden. Von links: Naturschutzbeauftragter Johannes Engelbrecht, Michael Meschede, Jürgen Hartmann, Elisabeth von Bressensdorf und Margitta Neumann.

Foto: Frank Knittermeier

Der bereits beschlossene, ersatzlose Abriss der 44 Jahre alten Holzbrücke erhitzt die Gemüter vieler Henstedt-Ulzburger.

Henstedt-Ulzburg. Ein sensibles und ein heikles Thema in der Großgemeinde: Wenn es um Brückenbau oder Brückenabriss geht, mangelt es den Henstedt-Ulzburger Kommunalpolitikern offenbar am nötigen Fingerspitzengefühl. Sie fassen Entschlüsse – und schrammen damit oft haarscharf am Willen der Bevölkerung vorbei. Das war vor Jahren so, als in Sachen Neubau der Alsterbrücke am Hohnerberg nach einem Bürgeraufstand zurückgerudert werden musste, jetzt entlädt sich der Bürgerzorn an einer kleineren Brücke, die ebenfalls über die Alster führt: Der bevorstehende Abriss der Schlappenmoorbrücke erhitzt die Gemüter.

Die 44 Jahre alte Holzbrücke wird abgerissen. Punkt. Daran führt kein Weg mehr vorbei. Das ist ärgerlich für alle, die gerne in der Oberalsterniederung zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Wer sich jetzt vom Hohnerberg oder vom Togenkamp aus auf den Weg ins Schlappenmoor begibt, kommt von beiden Seiten bis zur Alster, dann ist Schluss. Weil die Brücke demnächst abgerissen werden soll, wurde sie vom Wege-Zweckverband, der für die Wirtschaftswege zuständig ist, abgesperrt. Ein beliebter Wanderrundweg ist damit unterbrochen. Der zunächst favorisierte Plan der Gemeinde, eine breite, auch für Schleppfahrzeuge geeignete Ersatzbrücke auf eigene Kosten zu bauen, wurde bereits vor einem Jahr fallengelassen: Deutlich mehr als 200.000 Euro Baukosten waren den Gemeindepolitikern zu viel. Eine Sanierung der alten Brücke war dem Land wiederum zu teuer.

Statt einer Brücke soll es demnächst eine Furt geben. Keine schlechte Idee. Eigentlich. „Aber für ältere Menschen geht das nicht“, sagt Johannes Engelbrecht, Naturschutzbeauftragter der Gemeinde. „Wenn die auf den Trittsteinen ausrutschen oder ins Wackeln kommen, ist schnell ein Unglück geschehen.“ Auch für Radfahrer und alle, die mit Kinderwagen unterwegs sind, ist eine Furt unglücklich.

Jürgen Hartmann, seit 41 Jahren CDU-Mitglied, ist in diesem Gebiet seit Jahrzehnten unterwegs und versteht die Welt nicht mehr. Er mobilisiert seine Parteifreunde und lässt keine Möglichkeit ungenutzt, um für einen Brückenbau zu werben. Bei seiner Partei rennt Hartmann offene Türen ein. Denn schon vor einem Jahr hatten die Mitglieder des Natur- und Umweltausschusses bedeutungsvoll genickt, als der Bau einer Fußgängerbrücke direkt neben der Furt angesprochen wurde. Genickt zwar, aber keinen Beschluss gefasst.

CDU will einen Antrag im Planungsausschuss stellen

Jetzt will die CDU den Gemeindepolitikern auf die Sprünge helfen. „Wir halten es nach fast einem Jahr für überfällig, die Brückenplanung konkret in Angriff zu nehmen“, sagt Michael Meschede, der einen konkreten Vorstoß macht und für die nächste Sitzung des Planungs- und Bauausschusses beantragt: Die Verwaltung soll beauftragt werden, umgehend mit den Planungen zur Erstellung einer Brücke oder eines Stegs im Bereich der noch vorhandenen Schlappenmoorbrücke zu beginnen. Ziel ist es, die Arbeiten für die Erstellung einer Furt so mit den Arbeiten zur Erstellung einer Brücke zu koordinieren, dass der Eingriff in die Natur minimiert wird und gleichzeitig Radfahrer und Fußgänger, auch mit Kinderwagen, möglichst schnell wieder eine sichere Möglichkeit erhalten, die Alster an dieser Stelle zu überqueren. „Auch wenn dies eine finanzielle Mehrbelastung für unsere Gemeinde bedeutet, überwiegt für uns der Mehrwert, dieses wunderschöne Gebiet auch weiterhin während einer Wanderung erleben zu können“, sagt Michael Meschede.

Jörn Mohr, Fachbereichsleiter Planen, Bauen und Umwelt im Rathaus, gibt sich vor einem politischen Beschluss neutral: „Das kann man alles machen, aber ein Brückenbau muss in ein Gesamtkonzept eingearbeitet werden.“ In Abstimmung mit den Naturschutzverbänden werde man sich „in aller Gelassenheit“ mit der Thematik beschäftigen. Ein Schnäppchen wird eine Gemeindebrücke seiner Ansicht nach aber nicht, weil neben der Sicherheit auch die Statik geprüft werden müsse. Der Bauamtsleiter geht davon aus, dass der Abriss der alten Brücke und der Bau der Furt bis zum März oder April abgeschlossen sein müssten. Die Wasser Plan GmbH aus Hamburg macht als federführendes Planungsbüro keine näheren Angaben über die zeitlichen Abläufe.