Missbrauchsprozess

Missbrauch: Norderstedter soll dreieinhalb Jahre in Haft

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Diese Gartenlaube am Stadtrand von Münster ist einer der Tatorte des vermutlichen Haupttäters.

Diese Gartenlaube am Stadtrand von Münster ist einer der Tatorte des vermutlichen Haupttäters.

Foto: Marcel Kusch / dpa

Missbrauchsprozess in Münster: 53-Jähriger hat die Vorwürfe eingeräumt, das Urteil wird am Freitag erwartet.

Norderstedt/Münster.  Im ersten Prozess um den Missbrauchskomplex Münster hat die Staatsanwaltschaft drei Jahre und sechs Monate Haft für den Angeklagten gefordert. Der 53-Jährige aus Norderstedt soll laut Anklage im Sommer 2019 einen damals neun Jahre alten Jungen schwer sexuell missbraucht haben. Bei dem Opfer handelt es sich den Ermittlungen zufolge um den Ziehsohn des Hauptbeschuldigten in dem Gesamtkomplex.

Missbrauchsprozess in Münster: Angeklagter räumt Taten ein

Die Verteidigung sprach sich für eine angemessene Strafe aus, ohne ein konkretes Strafmaß zu nennen. Der 53-Jährige hatte gegenüber den Ermittlern die Taten eingeräumt und Hinweise auf weitere Beschuldigte gegeben. Wie berichtet, ist der Norderstedter einige Jahre als Fußballtrainer bei Eintracht Norderstedt tätig gewesen. Der Verein hatte betont, dass es keine Vorkommnisse gegeben habe.

Das Verfahren am Landgericht Münster findet zum Schutz der jungen Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ein Urteil soll nach Angaben eines Gerichtssprechers am Freitag gesprochen werden. Am Rande wurde bekannt, dass sich der angeklagte 53-Jährige mit dem Nebenkläger auf einen zivilrechtlichen Vergleich geeinigt hat. Demnach zahlt der Norderstedter nach Angaben eines Gerichtssprechers 10.000 Euro an das Opfer.

Anklagen gegen insgesamt neun Männer und Frauen

Parallel zu diesem ersten Prozess läuft am Landgericht Münster seit dem 12. November ein Verfahren gegen den 27 Jahre alten mutmaßlichen Haupttäter und weitere Angeklagte. Der Mann aus Münster soll den Sohn seiner langjährigen Lebensgefährtin mehrfach anderen Männern für sexualisierte Gewaltverbrechen zur Verfügung gestellt und das Kind auch selbst immer wieder vergewaltigt haben.

Allein die Staatsanwaltschaft Münster hat bislang mehrere Anklagen gegen insgesamt neun Männer und Frauen erhoben. In diesen Verfahren wurden acht minderjährige Opfer gezählt. Immer wieder stammten sie aus dem nahen Familienumfeld der Beklagten. Bundesweit ermitteln Staatsanwaltschaften gegen mindestens 20 Beschuldigte.

( dpa/HA )

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