Bürgermeisterwahl

Toni Köppen ist neuer Bürgermeister von Bad Segeberg

 Toni Köppen im Ratssaal des Segeberger Rathauses.

Toni Köppen im Ratssaal des Segeberger Rathauses.

Foto: Burkhard Fuchs

Der Kreistagsabgeordnete (Wi-Se) setzt sich in der Stichwahl durch und löst Dieter Schönfeld nach elf Jahren im Amt ab.

Bad Segeberg.  Lasst das mal den Toni machen! Mit diesem Slogan ging Toni Köppen (38) , Kreistagsabgeordneter und Manager im Baubeschlagshandel in den Zweikampf mit Amtsinhaber Dieter Schönfeld um den Chefsessel im Rathaus von Bad Segeberg . Und jetzt muss der Toni machen. Denn Köppen entschied am Sonntag die Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Bad Segeberg klar für sich.

Köppen holte am Sonntagabend 3043 Stimmen und damit 54,6 Prozent, während Schönfeld nur 2528 Wähler für sich gewinnen konnte (45,4 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 39 Prozent und war damit schlechter als im ersten Wahlgang vor zwei Wochen (44,7 Prozent).

Köppen rechnete mit Kopf-an-Kopf-Rennen – und siegte deutlich

„Das die Wahl so deutlich ausgeht, habe ich nicht erwartet“, sagte Köppen nach der Wahl. „Ich hatte ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Dieter Schönfeld erwartet.“ Köppen wertet das Ergebnis als Wunsch des Wählers, dass sich im Rathaus und in der Stadt vieles ändern soll. „Ich habe ja noch ein halbes Jahr Zeit, um mich vorzubereiten. Dieses Ergebnis nehme ich als Vertrauensvorschuss.“ Digitalisierung, Verkehr und Infrastruktur sind Köppens Kernthemen, die er als neuer Bürgermeister angehen möchte.

Köppen lebt seit 20 Jahren in Bad Segeberg und zog als Mitglied der Piratenpartei 2013 in den Kreistag ein. Dort war er Fraktionsvorsitzender und ein Jahr lang auch stellvertretender Landesvorsitzender der Piraten. Seit 2018 ist er Fraktionsvorsitzender der von ihm mitgegründeten Wählerinitiative Kreis Segeberg (WI-SE) im Kreistag. Unterstützt wird Toni Koeppen, Vater von zwei Kindern im Alter von acht und zwölf Jahren, von der Wählergemeinschaft BBS.

Schönfeld will Rathaus „erhobenen Hauptes“ verlassen

Amtsinhaber Dieter Schönfeld wirkte geknickt am Sonntag. „Der Wählerwille ist eindeutig, das muss man akzeptieren. Es ist nicht so, dass ich nicht damit gerechnet habe. Aber mein Ziel war es, die Wahl zu gewinnen.“ Fünf Prozent weniger Wahlbeteiligung als beim ersten Wahlgang – für Schönfeld einer der Gründe für die Niederlage. „Vielleicht sind einige zu Hause geblieben weil sie dachten, ich bin sicher durch.“ Mit Pflichtbewusstsein und gewissenhaft wolle er seine verbleibende Zeit im Amt bis zum 3. Juni zu Ende führen. „Ich war 30 Jahre als Bürgermeister tätig und bin immer sauber durch meine Amtszeiten gekommen. Ich kann erhobenen Hauptes das Rathaus verlassen.“

Bürgermeister Köppen will aus Bad Segeberg eine „Smart City“ machen

Köppen hingegen muss nun vieles in seinem Privatleben klären. „Ich muss einige Projekte bei meinem Arbeitgeber zu Ende führen und für eine gute Nachfolge sorgen.“ Dann will er als neuer Bürgermeister das Potenzial der Stadt Bad Segeberg schöpfen und sie zu einer „Smart City“ machen. Carsharing mit Elektromobilen, Straßenlaternen mit App-Steuerung auf dem Mobiltelefon, Photovoltaik auf städtischen Gebäuden, Stadtführungen per App, autonom fahrende Stadtbusse – das seien die Ziele dafür.

Beim ersten Wahlgang am 1. November (Wahlbeteiligung 44,7 Prozent) hatte Amtsinhaber Dieter Schönfeld, 2559 Stimmen oder 39,9 Prozent geholt. Der Kreistagsabgeordnete Köppen landete mit seinen 2001 Stimmen oder 31 Prozent auf dem zweiten Platz. Die Kandidatin Marlis Stagat bekam 1851 oder 28,9 Prozent der Stimmen. Sie rief nach ihrer Niederlage ihre Wähler dazu auf, bei der Stichwahl für Köppen zu votieren, um den Wandel im Rathaus zu garantieren.