Rätsel

Die Kartoffel hatte es am Anfang sehr schwer

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

In unserem Denksport-Rätsel suchen wir einen Fürsten, der vergeblich versuchte, die Knollen unters Volk zu bringen.

Kreis Segeberg.  Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!


Im Jahre 1538 beobachtete ein spanischer Konquistador in den peruanischen Anden Einheimische bei der Feldarbeit. Die Indios gruben merkwürdige Wurzelknollen aus der Erde. Der Anbau der „papas“ war bereits hochkultiviert: Man kannte diverse Sorten der Pflanze, verwendete künstlichen Dünger und ausgeklügelte Bewässerungssysteme.

Einige Jahrzehnte später brachten Reisende die Knolle nach Europa – zunächst nach Spanien, dann nach Italien. 1588 erhielt Carolus Clusius, Betreuer der kaiserlichen Gärten in Wien, ein Geschenk vom Präfekten der Stadt Mons: zwei Kartoffeln. Er pflanzte sie ein, fand sie „wohlschmeckend und angenehm“ und schickte Proben seiner kleinen Ernte an befreundete Gärtner in verschiedenen Ländern Europas. Genaue Vorschriften für den Anbau fügte er bei. Populär wurde die kulinarische Innovation zunächst trotzdem nicht. Nur reiche Leute aßen Kartoffeln – weniger, weil sie ihnen schmeckten, sondern weil ein Erdapfelgericht dem Menü das Flair prickelnder Exotik verlieh.

Bodenständige Gemüter bewerteten dagegen die Wurzelknolle bestenfalls als Viehfutter, obwohl in vielen Ländern die Obrigkeit sehr darum bemüht war, Kartoffeln als Volksnahrungsmittel einzuführen. In Deutschland ließ im 18. Jahrhundert ein Landesfürst in seinem Schlossgarten Kartoffeln anpflanzen. 1744 entsandte er nach einer Hungersnot einen Frachtwagen voll nahrhafter Knollen in die Stadt Kolberg. Die misstrauischen Bürger berochen die Ladung und warfen sie den Hunden vor – die sie ebenfalls verschmähten. Nach probater Preußenmanier setzte der Fürst daraufhin seinen Willen durch: Ratsdiener und Feldwächter wurden aufgeboten, um Bürger und Bauern zum Kartoffelanbau zu zwingen.

Im Frankreich wurde die Knolle dank wesentlich subtilerer Strategie populär. Im Auftrag von Ludwig XVI. baute der Apotheker Parmentier Kartoffeln an. Als sein Feld blühte, schmückte Königin Marie Antoinette bei festlichen Anlässen ihr Haar mit den Blüten. Die Leute wurden neugierig und stellten fest, dass Soldaten Parmentiers Kartoffelacker schwer bewachten. In einer Herbstnacht ließ der Apotheker die Wachen einziehen. Prompt geschah, was er beabsichtigt hatte: Die Pariser stahlen Saatkartoffeln für ihre Gärten – die weitere Ausbreitung der Frucht im ganzen Land war nur noch eine Frage der Zeit.


Welcher Preußenfürst befahl seinen Untertanen den Kartoffelanbau?

Die Antwort steht am Montag im Hamburger Abendblatt. In der Freitagausgabe suchten wir den Namen eines packeiserprobten Schiffes: Gemeint ist die „Fram“.