Kreis Segeberg

Noch haben die Kliniken in der Region freie Betten

Die Intensivstation im Klinikum Bad Bramstedt wurde bislang nicht für Corona-Patienten gebraucht.

Die Intensivstation im Klinikum Bad Bramstedt wurde bislang nicht für Corona-Patienten gebraucht.

Foto: Wolfgang Klietz

Mehrere Krankenhäuser richten eigene Covid-19-Abteilungen ein und testen jeden Patienten bei der Aufnahme auf Corona.

Kreis Segeberg .  Die Verunsicherung ist groß. Viele Kliniken in Deutschland klagen darüber, dass die Corona-Pandemie sie an die Leistungsgrenze bringt. Die Intensivstationen seien voll, außerdem fehle Personal. Das Hamburger Abendblatt hat sich über die Situation in den Kliniken in der Region informiert.


Paracelsus-Klinik Henstedt-Ulzburg
Das Akut-Krankenhaus behandelt seit Ausbruch der zweiten Welle durchgehend Covid-19-Patienten im dafür speziell eingerichteten Isolierbereich und auf der Intensivstation. „Die Belegungen schwanken erheblich“, sagt Klinik-Sprecherin Dirten von Schmeling. „Eine Kapazitätsgrenze ist Stand heute nicht erreicht und war auch in den vergangenen Wochen nicht erreicht.“ Die Klinik sei normal ausgelastet und habe seine Leistungen bislang nicht einschränken müssen. Wer in die Notaufnahme kommt, muss sich einem Antigen-Test unterziehen. „Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir seit dem erneuten Anstieg der Infektionszahlen keine Operationen oder Eingriffe verschoben, um Betten frei zu halten“, sagte von Schmeling. „Wir beobachten im Gegenteil, dass Patienten Sorge haben, sich derzeit in ein Krankenhaus zu begeben.“ Diese Entwicklung bereite wiederum den Medizinern Sorge.


Asklepios Klinik Nord
„In der Asklepios-Klinik Nord erleben wir derzeit eine auf relativ hohem Niveau stabile Situation hinsichtlich positiv auf das Covid-19-Virus getesteter Patienten“, sagt Asklepios-Sprecherin Angela Obermaier. „Insgesamt wird die Lage seitens der ärztlichen wie pflegerischen Kollegen gut beherrscht, auch wenn sie diesen einiges an Flexibilität abverlangt.“

In der Klinik Nord werden viele Patienten aus Norderstedt und anderen Orten des Kreises Segeberg behandelt. Es gelte ein strenges Besuchsverbot, sagte Obermaier. Ausgenommen davon sind Angehörige von Palliativ-Patienten, Eltern von Kindern, die stationär bei behandelt werden sowie Väter und Co-Mütter von neugeborenen Kindern.


Segeberger Kliniken
Im allgemeinen Krankenhaus des Kliniken-Verbunds steht eine Station ausschließlich für Patienten mit einem Covid-Verdacht oder bestätigter Erkrankung bereit. „Dies reduziert unsere Betten für die übrigen Fälle“, sagt Kliniksprecher Robert Quentin. In den Reha-Bereichen habe die Klinik bei den Therapien die Gruppengröße reduziert. „Insgesamt verfügen wir über 58 Intensivbetten von denen zur Zeit 31 belegt sind“, sagte Quentin. Weitere 27 Reservebetten könnten aktiviert werden. Bislang habe die Segeberger Klink keine planbaren Eingriffe absagen müssen. Ausnahmen vom Besuchsverbot gebe es für Palliativpatienten.


Forschungszentrum Borstel
Auch das Fachkrankenhaus für Lungen- und Bronchialerkrankungen hat eine eigene Abteilung für Covid-Patienten eingerichtet. In der Klinik sind 58 Betten von 81 belegt, sagt der Medizinische Direktor, Christoph Lange. Auf der Intensivstation werden derzeit keine Patienten mit Covid-19 behandelt. Die Klinik habe die Anzahl von ambulant versorgten Patienten zurückgefahren, aber keine Behandlungen abgesagt.


Klinikum Bad Bramstedt
Während des ersten Lockdowns im Frühjahr musste das Fachkrankenhaus für Erkrankungen des Bewegungsapparats Betten auf den Stationen und auf der Intensivstation für den Fall frei halten, dass Akut-Krankenhäuser überlastet sind. Der Fall trat nicht ein, die finanziellen Folgen für das Klinikum waren hoch. Derzeit findet in Bad Bramstedt die normale Versorgung mit einer durchschnittlichen Auslastung statt. Am Eingang hat die Klinik eine Schnellteststation eingerichtet. Fast alle Patienten akzeptierten die strengen Hygieneregeln, sagt der Geschäftsführer. Drei Reha-Patienten seien jedoch vorzeitig entlassen worden, weil sie sich nicht daran gehalten hätten.


Schön-Klinik Bad Bramstedt
Der Therapiebetrieb wird in dem medizinisch-psychosomatischen Fachkrankenhaus unter Einhaltung strenger Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen weitergeführt. „Die Auslastung in der Klinik ist gut“, sagt Kliniksprecherin Claudia Rieling. Bei Bedarf könne die Schön-Klinik jederzeit andere Krankenhäuser unterstützen, beispielsweise personell. Besuche in der Klinik sind nicht erlaubt. „Nach unserem Eindruck gehen unsere Mitarbeiter und Patienten sehr verständnisvoll und umsichtig mit dieser außergewöhnlichen Situation um“, sagte Rieling.