Quarantäne

Corona-Ausbruch in Norderstedter Flüchtlingsheim

In einer Flüchtlingsunterkunft in Norderstedt gibt es einen Corona-Ausbruch (Archivbild).

In einer Flüchtlingsunterkunft in Norderstedt gibt es einen Corona-Ausbruch (Archivbild).

Foto: Burkhard Fuchs / HA

16 Personen sind positiv getestet worden. Sie hatten viele Kontakte zu Nicht-Infizierten. Komplette Einrichtung nun unter Quarantäne.

Norderstedt.  In der Norderstedter Flüchtlingsunterkunft Oadby-and-Wigston-Straße Nord sind 16 Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das meldete der Infektionsschutz des Kreisgesundheitsamtes am Donnerstagabend. Insgesamt leben hier 98 Menschen verschiedener Nationalitäten in 18 separaten Wohneinheiten.

Der Kreis geht davon aus, es mit einem eventuell größeren Ausbruchgeschehen zu tun zu haben. Kinder aus Familien mit positiv Getesteten hätten gemeinsam gespielt. Infizierte Erwachsene seien in der Einrichtung mit einer größeren Zahl an Nicht-Infizierten zusammengekommen. In der Enge der Flüchtlingsunterkunft ist das auch kaum zu vermeiden, zum Beispiel in den vielen gemeinschaftlich genutzten Räumen, wie den Küchen oder Sanitärräumen.

Corona in Flüchtlingsheim: Dolmetscher klären Betroffene auf

Das Gesundheitsamt hat daher die gesamte Unterkunft am Donnerstag unter Quarantäne gestellt. Am Freitag werden alle Bewohnerinnen und Bewohner nochmals getestet. Aktuell seien drei Kreis-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter als Dolmetscher für Russisch, Arabisch und Farsi vor Ort, um den betroffenen Flüchtlingen das weitere Vorgehen zu erläutern. Es werde erklärt, was Quarantäne bedeutet und wann und wie getestet wird.

Die Ermittlungen dauern noch an. „Wir vertrauen zunächst darauf, dass sich alle Bewohnerinnen und Bewohner an die Auflagen halten“, sagt Landrat Jan Peter Schröder. „Sollten wir feststellen, dass dem nicht so ist, werden wir zusammen mit der Stadt zusätzliche Maßnahmen veranlassen, beispielsweise einen Sicherheitsdienst anstellen. Gemeinsames Ziel von Kreis und Stadt ist es, mittels der Quarantäne-Maßnahme das Ausbruchsgeschehen möglichst lokal zu begrenzen.“

Corona in Deutschland und weltweit – die interaktive Karte

Bislang gab es erst einen Corona-Fall in allen Einrichtungen

Bislang hatte es in den Norderstedter Flüchtlingsunterkünften mit seinen etwa 1400 Bewohnerinnen und Bewohnern laut Auskunft der Flüchtlingsbetreuung des Willkommen Team erst einen nachgewiesenen Corona-Fall gegeben.

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Kreisweit wurden bis Donnerstagabend noch 21 weitere Neuinfektionen gemeldet. Die Gesamtzahl aller bisher nachgewiesenen Infizierten im Kreis liegt jetzt bei 1415, die Sieben-Tage-Inzidenz bei 61,3. Wieder als genesen gelten 1059 Menschen. Aktuell sind 323 Personen als Corona-Infizierte registriert.

In häuslicher Quarantäne befinden sich derzeit 1837 Personen, wieder aus dieser entlassen sind 3459. In einer Klinik werden 21 Personen versorgt, davon eine auf der Intensivstation. Die Gesamtzahl der Verstorbenen an oder mit Covid-19 im Kreis Segeberg beträgt unverändert 33.

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