Kreis Segeberg

Einbruchskriminalität: Polizei kündigt Kontrollen an

Kontrollen wie hier auf der Niendorfer Straße in Norderstedt sollen Informationen über Täterbewegungen liefern.

Kontrollen wie hier auf der Niendorfer Straße in Norderstedt sollen Informationen über Täterbewegungen liefern.

Foto: Wolfgang Klietz

Die Beamten wollen verstärkt Fahrzeuge überprüfen.

Kreis Segeberg.  Die Zahlen steigen, aber nicht so stark wie im Vorjahr. Mit Beginn der dunklen Jahreszeit werden der Polizei verstärkt Einbrüche gemeldet. 46 Taten registrierte im Oktober das Sachgebiet 4 der Kripo, das für die Bekämpfung dieser Straftaten in den Kreisen Segeberg und Pinneberg verantwortlich ist.

Das Phänomen, dass die Zahlen ab Oktober steigen, erleben die Ermittler jedes Jahr. Doch in diesem Jahr lagen die Oktober-Zahlen deutlich niedriger als im Vergleichsmonat 2019. Damals zählte die Polizei 68 Einbrüche in beiden Kreisen.

Hat Corona-Pandemie Einfluss auf Einbrüche?

Ob es sich bei dem Rückgang um eine normale statistische Schwankung handelt oder ob die Corona-Pandemie den Einbrechern das Leben schwer macht, können die Fachleute noch nicht beurteilen. Denkbar wäre, dass die Täter deutlich weniger menschenleere Wohnhäuser vorfinden, in die sie gefahrlos einsteigen können, weil die Bewohner zu Hause bleiben. Sie arbeiten im Homeoffice und schränken ihre sozialen Kontakte ein.

Bereits während des Lockdowns im Frühjahr hatte die Polizei festgestellt, dass deutlich weniger Einbrüche verübt wurden. Auch in anderen Bereichen hatte die Polizei deutlich weniger zu tun. „Das war bei uns überall spürbar, selbst bei Ladendiebstählen und Verkehrsunfällen“, sagt Polizeisprecher Lars Brockmann.

Die Bekämpfung der Wohnungseinbruchdiebstähle bilde den Schwerpunkt innerhalb der Polizeidirektion Bad Segeberg, sagte der Polizeisprecher. „Sämtliche Aspekte, die mit dieser Aufgabe einhergehen, genießen hohe Priorität.“ Die Polizei setzt auch in diesem Herbst und Winter auf Anhalte- und Sichtkontrollen.

Die Anordnung ist bis zum 15. Dezember befristet

Seit Mittwoch, 18. November, gelten erweiterte Befugnisse der Polizei, die der Polizeichef für die Kreise Segeberg und Pinneberg, Andreas Görs, angeordnet hat. Die Anordnung ist bis zum 15. Dezember befristet und kann – wie bereits in den Vorjahren – mit richterlicher Genehmigung verlängert werden.

„Die Polizei darf in Geltungsbereichen der Kontrollen Personen kurzzeitig anhalten und mitgeführte Fahrzeuge einschließlich deren Kofferräume oder Ladeflächen in Augenschein nehmen“, sagt Polizeisprecher Brockmann. „Die im Rahmen der Kontrollen gewonnenen Erkenntnisse wertet die Polizei mit dem Ziel, Bandenstrukturen zu erkennen und die Bewegung verdächtiger Personen nachvollziehen zu können, sorgfältig aus.“

Derartige Maßnahmen dienen nach seinen Angaben der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, da sie einen wichtigen Beitrag leisten, Täter zu überführen und damit die Zahl der Einbrüche zu reduzieren. Die bisherigen Kontrollen der Polizei fanden bei den betroffenen Verkehrsteilnehmern sowie bei den Anwohnern stets großen Zuspruch, sagte er.

Die Kreise Segeberg und Pinneberg waren in der Vergangenheit immer wieder Schwerpunkt der Einbruchskriminalität. Im Kreis Segeberg sind besonders Norderstedt und Kaltenkirchen mit seinem Umland betroffen.

Ursache dafür sind nach Einschätzung der Ermittler die Nähe zu Hamburg und die Hauptverkehrswege wie beispielsweise die Autobahnen 7 und 23, die Bundesstraßen 4, 431 und 432 sowie die U-Bahn-, S-Bahn- und AKN-Linien. „Der gesamte Bereich bietet eine Vielzahl an Tatgelegenheiten und dient Tätergruppierungen aus der benachbarten Hansestadt als Reiseweg in weitere Regionen des Landes Schleswig-Holstein“, sagte Polizeisprecher Brockmann.

Die Polizei ruft die Bürger erneut auf, ihr Eigentum vor Einbrechern zu schützen und sich bei verdächtigen Beobachtungen sofort zu melden. Brockmann: „Unverändert gilt der Grundsatz, bei verdächtigen Wahrnehmungen schnellstmöglich den Notruf der Polizei zu wählen. Die 110 ist ein elementarer Baustein bei der Bekämpfung der Einbruchskriminalität.“