Gesundheit

Beratung: Wie geht es mit der Klinik in Borstel weiter?

Mitarbeiter der Klinik in Borstel demonstrieren vor dem Herrenhaus Borstel

Mitarbeiter der Klinik in Borstel demonstrieren vor dem Herrenhaus Borstel

Foto: FZB / fzb

Der Einrichtung für Lungenkrankheiten, die zum Forschungszentrum gehört, droht die Schließung. Sitzung mit Landrat Schröder.

Sülfeld.  Das Stiftungskuratorium des Forschungszentrums Borstel berät am Freitag in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen hinsichtlich der finanziell angeschlagenen Medizinischen Klinik. An der Sitzung nehmen unter anderem Vertreter der Gesundheitsministerien von Bund und Land sowie des schleswig-holsteinischen Wissenschaftsministeriums und Landrat Jan Peter Schröder teil.

Wird der Klinikstandort in Borstel geschlossen?

Zur Diskussion steht die Zusammenlegung mit einem anderen Krankenhaus, dann würde der Standort in Borstel wohl geschlossen – möglich wären aber auch eine Finanzhilfe in Millionenhöhe oder eine Verständigung darauf, die weitere wirtschaftliche Entwicklung abzuwarten. Allerdings hatte die Landesregierung gesagt, dass eine finanzielle Notlage der Stiftung drohe.

Eine endgültige Entscheidung soll jedoch noch nicht getroffen werden. Die Klinik, eine Facheinrichtung für pneumologische Krankheiten, hat nicht zuletzt als Covid-19-Testzentrum derzeit eine wichtige Rolle in der Bekämpfung der Pandemie. Nicht nur deswegen plädieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Erhalt. Sie haben 225 Unterschriften gesammelt, die dem Zentrumsdirektor Professor Stefan Ehlers am Freitag übergeben werden.

Betriebsrat: „Forschung und Klinik gehören zusammen“

In einem offenen Brief nennt der Betriebsrat eine Reihe von Argumenten. „Forschung und Klinik gehören zusammen“, heißt es. So lege die Heilungsrate bei multiresistenter Tuberkulose in Borstel bei 95 Prozent, weltweit hingegen nur bei 60 Prozent.

Vor Ort seien für diese Krankheit neue Therapien entwickelt worden, die jetzt „weltweit zum goldenen Standard der Behandlung“ würden. Dazu habe man ein nichtinvasives Beatmungsgerät für Patienten mit der schweren Lungenkrankheit COPD entwickelt, wodurch diese wieder ohne Sauerstoff kurze Strecken laufen könnten. Ebenso stelle sich die Frage, wo Migranten, die in anderen Kliniken abgewiesen würden, in Zukunft auf Tuberkulose untersucht werden könnten.