Norderstedt

Glockenheide: Wie steht es um die Fahrradstraße?

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Michael Schick
Die Glockenheide ist als Fahrradstraße ausgewiesen. Anwohner Joachim Osses ärgert sich darüber, dass seinen Beobachtungen zufolge viele Autofahrer zu wenig Rücksicht auf Radfahrer und Fußgänger nehmen.

Die Glockenheide ist als Fahrradstraße ausgewiesen. Anwohner Joachim Osses ärgert sich darüber, dass seinen Beobachtungen zufolge viele Autofahrer zu wenig Rücksicht auf Radfahrer und Fußgänger nehmen.

Foto: Michael Schick

Anwohner fürchtet um die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern auf der Glockenheide. Polizei sieht keine Gefahr.

Norderstedt.  „Lieferwagen und Lkw ohne Ende, die viel zu schnell fahren. Radfahrer weichen schon auf den Fußweg aus, weil es ihnen auf der Fahrbahn zu gefährlich ist“, sagt Joachim Osses, Anwohner der Glockenheide. Dabei „gehört“ die schmale Straße im Norden Norderstedts den Radlern, die Verbindung zwischen der Quickborner Straße und dem Distelweg ist als Fahrradstraße ausgewiesen, nach der Coppernicusstraße die zweite in der Stadt.

Allerdings erlauben Zusatzschilder, dass auch Auto- und Motorradfahrer sowie Lieferanten die Straße nutzen dürfen, wobei die Radler Vorrang haben. Doch das werde ignoriert, beobachtet Joachim Osses immer wieder. Die Glockenheide diene als Abkürzung auf dem Weg zum und vom Gewerbegebiet Fried­richsgabe. Und das momentan verstärkt, da die Bahnhofstraße wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Wer mit Motorkraft unterwegs ist, muss auf einer Fahrradstraße Rücksicht nehmen, sich dem Radverkehr anpassen. Doch das Gegenteil sei der Fall, sagt Osses, der um die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern fürchtet und die Norderstedter Verwaltung mehrfach aufgefordert hat, endlich Abhilfe zu schaffen.

Verwaltung will Zusatzschild „Lieferverkehr frei“ abbauen

„Verkehrswidriges Verhalten zu ahnden, ist Aufgabe der Polizei“, sagt dagegen Bernd-Olaf Struppek, Sprecher der Stadtverwaltung. Die städtische Verkehrsaufsicht habe die Polizei auch informiert, aber: „Wir können die Beobachtungen des Anwohners nicht bestätigen. Die Glockenheide ist weder ein Unfallschwerpunkt, noch gibt es dort ein auffälliges Verkehrsverhalten“, sagt Kai Hädicke-Schories, der bei der Norderstedter Polizei zuständig für den Verkehr ist.

Dennoch kann Joachim Osses zumindest einen Teilerfolg verbuchen: Die Verwaltung will das Zusatzschild „Lieferverkehr frei“ abbauen, um Transporter und Lkw aus der Straße zu verbannen. Zugleich weist Stadtsprecher Struppek allerdings darauf hin, dass weitere Anfragen des Anwohners zu diesem Thema nicht mehr oder nur noch kostenpflichtig beantwortet würden. Eine mögliche Gebührenpflicht ergibt sich aus der Verwaltungsgebührensatzung der Stadt Norderstedt. Danach kann die Verwaltung für schriftliche Antworten bis zu 50 Euro verlangen, wenn die Bearbeitung einen erhöhten Umfang darstellt. „Das vielfache Beantworten sich ständig wiederholender/gleichlautender Anfragen stellt aus Sicht der Verwaltung einen erhöhten Umfang dar“, sagt Sprecher Struppek.

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