Kreis Segeberg

Landrat plädiert für Erhalt der Klinik in Borstel

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Mitarbeiter des Forschungszentrums Borstel protestierten für den Erhalt der Klinik. Nun äußert sich auch der Landrat.

Mitarbeiter des Forschungszentrums Borstel protestierten für den Erhalt der Klinik. Nun äußert sich auch der Landrat.

Foto: FZB / fzb

Freitag berät Kuratorium der Stiftung über Zukunft des Krankenhauses. Klinik könnte an anderen Standort verlegt werden.

Borstel.  Der Segeberger Landrat Jan Peter Schröder setzt sich dafür ein, dass der Standort der finanziell angeschlagenen Medizinischen Klinik in Borstel erhalten bleibt. „Mir ist sehr daran gelegen, den Standort und die Arbeitsplätze zu erhalten. Borstel ist ein Forschungsstandort – das ist nicht irgendeine Klinik, sie ist hoch spezialisiert in der Pneumologie. Welche Bedeutung das hat, sehen wir gerade in der Pandemie.“ In Borstel befindet sich das derzeit einzige Covid-19-Testzentrum im Kreis, auch Corona-Patienten werden hier behandelt.

Klinik könnte an einen anderen Standort verlegt werden

Wie berichtet, steht eine Schließung und möglicherweise Zusammenlegung mit einem anderen Krankenhaus, etwa in Großhansdorf oder Bad Segeberg, zur Diskussion. Rund 100 Mitarbeiter hatten am Donnerstag für die Rettung der Einrichtung und der Arbeitsplätze demonstriert. Die Spezialklinik (81 Betten) unter anderem für Lungen- und Infektionskrankheiten gehört zum Forschungszentrum Borstel, sie wird von der gleichnamigen Stiftung getragen, soll aber wirtschaftlich unabhängig sein.

Schröder sitzt im Kuratorium der Stiftung, das sich am kommenden Freitag trifft, um über die Zukunft des Standortes zu beraten. Der Kreis sei aber nicht der entscheidende Akteur, betont der Landrat, das seien Bund und Land. Auf Nachfrage beim schleswig-holsteinischen Wissenschaftsministerium sagt Sprecherin Beate Hinse, dass die Klinik nicht mehr in der Lage sei, kostendeckend zu arbeiten. „Damit ist die Gefahr verbunden, dass die Klinik als Teil der Stiftung die Stiftung insgesamt in eine finanzielle Notlage bringt.“

Stiftung soll vor finanzieller Notlage bewahrt werden

Ziel sei es, dass Forschungszentrum als Teil der Stiftung vor einer Überschuldung zu bewahren, „und zugleich sicherzustellen, dass das Forschungszentrum langfristig für seine medizinische Forschung im Bereich Infektion der Lunge und Asthma und Allergie den Zugang zu einer medizinischen Klinik hat, den es für den Transfer der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis bedarf“.

Gespräche mit anderen Krankenhäusern mit Blick auf eine mögliche Übernahme des Betriebs scheiterten wegen der finanziellen Probleme. Daher werden, so das Ministerium, nun alternative Modelle der Beteiligung und Kooperation geprüft. Hinse: „Welche Lösung davon im Detail weiterverfolgt und im Detail geprüft werden soll, soll in der kommenden Kuratoriumssitzung entschieden werden. Es wird und kann sich dabei aber noch nicht um eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Klinik Borstel handeln.“

Eine Rolle werde auch das Argument spielen, ob bei der Bekämpfung der Pandemie nicht die Wege zwischen Forschungszentrum und Krankenhaus so kurz wie möglich sein müssten.

( che )

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