Kreis Segeberg

Aufatmen im „Krausen Baum“ in Kaltenkirchen

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Ein Desinfektionsmittelspender hängt in einem Altenheim während im Hintergrund Seniorinnen spielen (Symbolbild).

Ein Desinfektionsmittelspender hängt in einem Altenheim während im Hintergrund Seniorinnen spielen (Symbolbild).

Foto: Jonas Güttler / dpa

Erneute Corona-Tests der Mitarbeiter und Bewohner der Senioreneinrichtung sind allesamt negativ ausgefallen.

Kaltenkirchen.  Nach zwei kräftezehrenden Wochen, in denen das Personal des DRK-Seniorenzentrums „Krauser Baum“ in Kaltenkirchen alles gegeben hat, um das eingedrungene Coronavirus einzudämmen, konnten am Freitag endlich gute Nachrichten verkündet werden: Die erneuten Corona-Tests der Bewohner und Mitarbeiter sind allesamt negativ ausgefallen.

„Eine wichtige Randerkenntnis dieser Ergebnisse ist, dass die eingeleiteten Schutzmaßnahmen die Weiterverbreitung des Infektionsgeschehens anscheinend wirkungsvoll eingedämmt haben“, sagt Stefan Gerke, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbands Segeberg. Das sei auch wichtig für die Psyche der Mitarbeiter. „Hieraus ergibt sich, dass mit den richtigen Maßnahmen auch der Verbreitung von Covid-19 erfolgreich begegnet werden kann.“

Dennoch: Auch wenn sich die Lage offensichtlich entspannt, hat das Coronavirus vier Todesopfer in der Senioreneinrichtung gefordert. „Es ist richtig bitter, so etwas mitzuerleben“, sagt Stefan Gerke. Von 90 Bewohnern sind 17 positiv getestet worden. 13 Mitarbeiter haben sich ebenfalls infiziert. Anfang November ist die erste Heimbewohnerin mit Symptomen ins Krankenhaus gebracht worden. „Bei uns schrillten alle Alarmglocken“, berichtet Gerke. Und die böse Vorahnung sollte sich bewahrheiten: Die Bewohnerin war mit Corona infiziert.

Personal kennt sich mit Infektionen und Keimen aus

Noch am selben Abend zeigte eine weitere Heimbewohnerin Symptome, sie litt unter Atemnot und starkem Fieber. Der Hausarzt untersuchte sie, entschied aber, die Frau nicht in eine Klinik einzuweisen, und gab ihr fiebersenkende Medikamente. Bereits am nächsten Morgen verstarb sie. Das erste Todesopfer. „Bei den Menschen, die alle hochbetagt sind, kann es schnell gehen“, weiß Gerke. „Ich glaube, das ist kein ruhiges Einschlafen.“

Anders als bei der ersten Welle, in der die Angst und Verunsicherung sehr groß gewesen sei und man die Bilder aus Bergamo noch direkt vor Augen gehabt hätte, sei das Thema Corona jetzt eher „zermürbend“, sagt Gerke. „Erst kam der Einschlag, dass sich Bewohner und Mitarbeiter infiziert haben, dann mussten wir die Testergebnisse abwarten. Wir erleben ein emotionales Wechselbad der Gefühle.“ Gleichzeitig betont der Vorstandsvorsitzende, dass das Personal bereits Erfahrung im Umgang mit Infektionskrankheiten und Keimen hätte. „Die Pflegekräfte kennen die Technik und wissen, wie sie sich verhalten müssen.“

Die gesamte Einrichtung „Krauser Baum“ steht unter Quarantäne. Besucher sind nicht erlaubt. Die Bewohner sind in Kohorten eingeteilt, die Mitarbeiter gelangen durch Schleusen zu ihnen.

( anb )

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