Sars-CoV-2

Zwei Senioren im Steertpogghof an Corona verstorben

Im Seniorenheim Haus zum Steertpogg in Norderstedt hat es einen Corona-Ausbruch gegeben.

Im Seniorenheim Haus zum Steertpogg in Norderstedt hat es einen Corona-Ausbruch gegeben.

Foto: Annabell Behrmann

Eine Seniorin (92) und ein Senior (85) erlagen dem Virus. 53 Menschen in dem Heim hatten sich infiziert.

Kreis Segeberg. Der Corona-Ausbruch im Steertpogghof hat nun zwei Todesopfer gefordert. In dem Alten- und Pflegeheim an der Ulzburger Straße in Norderstedt starben am Donnerstag und Freitag ein 85-jähriger Mann und eine 92-jährige Frau an der Folgen einer Covid-19-Infektion.

In dem Heim wurden 150 Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getestet, nachdem das Virus bei einer Bewohnerin zu Wochenbeginn festgestellt worden war. Im Laufe der Woche lagen schließlich 53 positive Testergebnisse vor, darunter 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 39 Bewohnerinnen und Bewohner. Die Gesamtzahl der Verstorbenen an oder mit COVID-19 im Kreis Segeberg hat sich somit auf neun Fälle erhöht.

Die Ermittlungen der Fallzahlen – es ist kompliziert

Kreisweit wurden dem Infektionsschutz des Gesundheitsamtes am Freitag 32 neue Fälle angezeigt. Doch nicht alle Personen leben auch im Kreis Segeberg und fließen folglich in die Inzidenz-Zahl ein, betont Kreissprecherin Sabrina Müller. Die lag am Freitag schon bei 73,2. „Dem Infektionsschutz ist oftmals nicht bekannt, ob neue Befunde Bewohnerinnen und Bewohnern des Kreises Segeberg zugeordnet werden können oder ob die infizierten Personen im Zuständigkeitsbereich eines anderen Gesundheitsamtes wohnen.“

Dem Robert-Koch-Institut (RKI) werden trotzdem alle täglichen Fälle gemeldet. Und dann fließen diese auch in die Sieben-Tage-Inzidenz ein. Wenn sich bei der Ermittlung herausstellt, dass eine positive Person in einem anderen Kreis wohnt, wird diese wieder herausgerechnet. „Sehr komplex“, sagt Sabrina Müller. „Aber so kann es zu den Schwankungen in den Werten kommen.“ Tatsächlich im Kreis Segeberg wohnhafte und positiv getestete Fälle gab es am Freitag zum Beispiel nur sechs.

Bisher gab es 861 Infizierte im Kreis Segeberg

Aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens im Infektionsschutz ist es dem Gesundheitsamt derzeit nicht mehr möglich, die jeweilige Ansteckungsquelle zu nennen. Die Gesamtzahl aller bisher nachgewiesenen Infizierten im Kreis steigt auf 861. Wieder als genesen gelten 628 Menschen. Aktuell sind also 224 Personen mit Corona infiziert. In häuslicher Quarantäne befinden sich derzeit 964 Personen, wieder aus dieser entlassen sind 2708.

Maskenpflicht ab 1. Klasse: Eltern reagieren mit Unverständnis

Unterdessen sorgt die von Landrat Jan Peter Schröder am Donnerstag erlassene Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler ab der ersten Klasse für Unverständnis bei den Eltern. „Diese Vorgehensweise stößt nicht bei allen Eltern auf Zustimmung, was ich in Teilen nachvollziehen kann“, sagt Schröder. Allerdings passe sich der Kreis mit dieser neuen Regelung den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts an. Das RKI plädiert für eine Maskenpflicht ab der ersten Klasse, wenn in Kreisen und kreisfreien Städte mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auftreten. „Diesen Wert haben wir mittlerweile leider deutlich überschritten“, so der Landrat, der darauf verweist, dass auch das Land in einer Muster-Allgemeinverfügung diese Vorgabe enthält.

„Zum Wohle unserer Kinder und Jugendlichen sollten wir alles versuchen, die Schulen trotz Pandemie geöffnet zu halten“, sagt Schröder. Die Maskenpflicht sei daher ein vergleichbar milderes Mittel als erneute Schulschließungen. Nach dem Wochenende wechselt die Zuständigkeit vom Kreis zum Land. Ab Montag soll in ganz Schleswig-Holstein eine neue Corona-Schulverordnung gelten, in der auch die Maskenpflicht geregelt wird. An der Tatsache, dass bereits Grundschülerinnen und Grundschüler eine Maske im Klassenzimmer tragen müssen, soll sich aber nichts ändern.