Rätsel

Wer war der König, der ein Gefangener war?

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. Im Denksport-Rätsel suchen wir heute einen legendären englischen Regenten.

Kreis Segeberg.  Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Versuchen Sie doch, unser Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!

In einer eiskalten Dezembernacht des Jahres 1192 kamen drei fremdländisch gekleidete Männer in das kleine Dorf Erdberg bei Wien, wo sie Unterschlupf in einer verlassenen Hütte fanden. Argwöhnisch beobachteten die Erdberger am nächsten Morgen, wie einer der Fremden ihr Dorf in Richtung Wien verließ und erst nach einigen Stunden zurückkehrte. Bald kursierte das Gerücht, man habe den Mann dabei gesehen, wie er in der Stadt ausländisches Geld gewechselt und feine Speisen eingekauft habe. An den beiden nächsten Tagen vollzog sich der gleiche Ablauf: Der fremde Diener begab sich in die Stadt, die anderen zwei Herren blieben verborgen in ihrer Hütte. Am dritten Tag schlug die Obrigkeit zu. Soldaten des Herzogs Leopold eskortierten den Diener aus der Stadt zurück und umstellten die Hütte. Nicht nur die biederen Erdberger staunten, als man nun die wahre Identität der Überraschten enthüllte – die unscheinbare Behausung beherbergte den amtierenden König von England. Herzog Leopold triumphierte, war ihm doch mit der Person des Königs sein Erzfeind in die Hände gefallen. Vor Jahresfrist hatte man auf einem Kreuzzug noch Waffenbrüderschaft gehalten. Das Zweckbündnis war zerbrochen, als der Engländer bei der Eroberung von Akkon den Österreichern mangelndes Engagement vorgehalten und Leopold sogar höchst unköniglich mit Fußtritten traktiert hatte. Für diese Entgleisung büßte der Engländer jetzt als Häftling auf der Burg Dürnstein, bevor ihn der Herzog an den deutschen Kaiser weiterverschacherte. Heinrich VI. machte ihm den Prozess: Man befand ihn für schuldig, ließ ihn aber für ein Lösegeld von 100.000 Mark in Reinsilber 1194 laufen. Der König kehrte in die Heimat zurück, führte jedoch bald erneut eine Armee in die Fremde. Er starb am 6. April 1199 in Frankreich an den Folgen einer Pfeilwunde. In den zehn Jahren seiner Regentschaft hatte er sich nur für etwa sechs Monate in England aufgehalten.

Wie hieß der Ruhelose?

Die Antwort steht am Montag im Abendblatt. Am Donnerstag suchten wir den Autor Franz Kafka.