Denksport_Rätsel

Als Roosevelt unbedingt ein Bier trinken wollte

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Im Denksport-Rätsel geht es um die Zeit, als in Amerika kein Alkohol verkauft und getrunken werden durfte.

Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Los geht’s!


Am 17. Januar 1920 jubelten die Anhänger der „Anti Saloon League“. Die organisierten Kneipengegner waren zumeist „alteingesessene“ Amerikaner aus Mittelwest und den Südstaaten. Ihnen bedeuteten die wuchernden Millionenstädte an der Ostküste Sodom und Gomorrha, bewohnt von zweifelhaften Neuankömmlingen aus Irland, Deutschland und Italien – chronische Säufernaturen mit krimineller Höchstenergie. Doch nun würde der Sumpf austrocknen: Der vom Kongress verabschiedete „Prohibition Act“ untersagte die Herstellung, den Transport, den Verkauf und den Konsum alkoholischer Getränke.

Risiken und Nebenwirkungen der Radikalkur ließen nicht lange auf sich warten. Zahlreiche Schmuggler versorgten ein ausgedehntes Netz heimlicher Kneipen. Allein in New York gab es bald doppelt so viele illegale Bars wie legale vor der Prohibition. Die Nation soff nicht immer, aber immer öfter. Zum Bestseller entwickelte sich eine Buchhülle mit dem Titelaufdruck: „Die vier Schlucke“. Inhalt: Vier Flaschen Hochprozentiges als Survival-Pack für subversive Süffel. Alkohol war Mode und ein Riesengeschäft. In den Großstädten lieferten sich kriminelle Banden, gedeckt von korrupten Politikern und Polizisten, blutige Kämpfe um die Profitanteile. Allein in Chicago, Schlachtfeld von Capone Co., gab es zwischen 1927 und 1931 227 nachgewiesene Bandenmorde – und keinen einzigen Schuldspruch vor Gericht.

Am 11. April 1927 zog das Schatzamt in Washington nüchtern Bilanz der verordneten Trockenzeit. Seit Beginn der Prohibition waren 24.018 Automobile und 839 Schiffe im Gesamtwert von 62 Millionen Dollar sowie 5,5 Millionen Gallonen Alkohol beschlagnahmt worden. 49 Polizisten verloren im Kampf gegen Schmuggler ihr Leben. Mehr als 300.000 Personen wurden aufgrund diverser Verstöße gegen das Prohibitionsgesetz verhaftet.

Der Erfolg rechtfertigte den Aufwand jedoch keineswegs. Die Zahl der durch Alkohol bedingten Unfälle hatte um 467 Prozent zugenommen. Bei den Todesfällen durch Alkoholismus verzeichnete man gar einen Anstieg um 600 Prozent, verursacht nicht zuletzt durch die Verkostung mörderischer Do-it-yourself-Destillate. Trotzdem wurde das Alkoholverbot erst im Dezember 1933 im Gefolge des Roosevelt’schen „New Deal“ aufgehoben. Mr. President persönlich lieferte dazu den legendären Kommentar: „Ich glaube, jetzt ist es an der Zeit für ein Bier.“


Wie nannte man die verschwiegenen Kneipen, in denen während der Prohibition illegal Alkohol serviert wurde?

Die Antwort steht morgen im Hamburger Abendblatt. In der Dienstagausgabe wollten wir wissen, wie der ursprüngliche, vollständige Schriftzug auf dem Mount Cahuenga bei Los Angeleslautete: Die Antwort: Er lautete „Hollywoodland“.