Denksport-Rätsel

Zwischen Bananengürtel und Résistance

| Lesedauer: 3 Minuten
In unserem Denksport-Rätsel suchen wir jeden Tag eine bekannte Persönlichkeit oder einen berühmten Ort.

In unserem Denksport-Rätsel suchen wir jeden Tag eine bekannte Persönlichkeit oder einen berühmten Ort.

Foto: Artur Cupak / picture alliance /

Heute suchen wir eine legendäre amerikanische Tänzerin, die in Paris nicht nur auf der Bühne für Furore sorgte

Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!

Freizügige Darbietungen erwartete das Publikum im Pariser Nachtlokal „Folies Bérgères“. 1925, zur Glanzzeit des Charleston und Halbzeit der „Roaring Twenties“, galt der Anblick eines kurzgeschürzten Damenkörpers auf der Tanzbühne nicht unbedingt als skandalträchtig. Aber so etwas hatte man noch nicht gesehen: eine 19-jährige Mulattin mit kurzem, geölten Kraushaar, bekleidet lediglich mit einem Gürtel aus Bananen. Sie wippte und wand sich zu Schlagzeug-Rhythmen, Banjo- und Saxophon-Melodien – halb selbstbewusst, halb selbstverloren und immer mit kecker Komik. Am Ende ihrer Darbietung sprang sie in einen Bananenbaum. „Ich mache nichts wie Unsinn“, beschrieb die Charleston-Lady ihre Show. „Ich streichle den glatzköpfigen Herren den Schädel. Ich zupfe die bärtigen Herren am Bart. Und dann tanze ich mit all den dicken Damen.“ Und das kam gut an. „Ihr Tanz ist eine Liebeserklärung ohne Worte“, schwärmte ein Journalist in der Pariser „Candide“. Das Glamourgirl war vaterlos in im ärmsten Viertel von St. Louis, Missouri, aufgewachsen, wo sie mit der Mutter und drei Geschwistern in einer einräumigen Hütte hauste. Mit 16 Jahren verließ sie die Familie und tingelte auf Kleinbühnen durch die USA. In New York schlief sie in Parkanlagen, tagsüber belagerte sie den Direktor der „Musical Hall“ am Broadway, der sie endlich für seine Tournee-Truppe engagierte, obwohl er sie „zu jung und zu hässlich“ fand. 1925 kam das „hässliche Entlein“ als Mitglied der Tanzgruppe „La Revue Nègre“ nach Paris und erhielt die Einladung zum Tanz-Solo im „Folie Bérgère“. Das war der Durchbruch. „Eines schönen Tages“, erinnerte sie sich später, „war ich in allen Zeitungen, in allen Magazinen. Ich dachte: Ich hab’s geschafft.“ Frankreich wurde ihre Wahlheimat, für die sie mit letzter Konsequenz einstand. Im Zweiten Weltkrieg schloss sich der Bühnenstar der Résistance an, besorgte den Alliierten das Original eines italienisch-deutschen Geheimcodes und entging einem Gestapo-Mordanschlag nur knapp.

Nach Kriegsende kehrte die für ihren Einsatz mit dem Croix de Guerre, der Résistance-Rosette und dem Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnete Künstlerin zur Bühne zurück. Um zu beweisen, dass „Brüderlichkeit zwischen den Völkern möglich ist“, adoptierte sie elf Kinder verschiedenster Rassen und Religionen. Sie starb am 12. April 1975 in Paris, unmittelbar nach einer triumphalen USA-Tournee.

Wie hieß die legendäre Tänzerin?

Die Antwort steht am Mittwoch im Abendblatt. Am Montag suchten wir einen berühmten Weltumsegler: Fernando Magalhaes, besser bekannt als Magellan.

( jasch )

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