Kreis Segeberg

Das Norderstedter Hospiz eröffnet im November

Froh über 100.000 Euro von der Fernsehlotterie: Hospiz-Geschäftsführer und Pastor Andreas Hausberg, die Bürgermeisterinnen Elke Christina Roeder und Ulrike Schmidt, sowie Christian Kipper von der Fernsehlotterie (v. r.).

Froh über 100.000 Euro von der Fernsehlotterie: Hospiz-Geschäftsführer und Pastor Andreas Hausberg, die Bürgermeisterinnen Elke Christina Roeder und Ulrike Schmidt, sowie Christian Kipper von der Fernsehlotterie (v. r.).

Foto: Burkhard Fuchs

Innenausbau verzögert den Zeitplan für das Projekt – Fernsehlotterie spendet 100.000 Euro für den 4,6 Millionen-Euro-Bau.

Norderstedt.  Der Rohbau steht, die Finanzierung ist so gut wie gesichert, nur die Eröffnung des Albertinen Hospizes in Norderstedt lässt noch etwas auf sich warten. Wegen der Corona-Krise konnte der Innenausbau nicht rechtzeitig fertiggestellt werden, sagte Pastor Andreas Hausberg von der Immanuel Albertinen Diakonie, der die Einrichtung leiten wird. Darum werde nun das Haus an der Lawaetzstraße im Stadtteil Friedrichsgabe erst zum 30. Oktober fix und fertig eingerichtet sein und die ersten schwer kranken Patienten Anfang November aufnehmen, die hier in Ruhe und Würde sterben können sollen. Mit seinen 14 Betten wird das Hospiz nach Kiel die zweitgrößte Einrichtung dieser Art in Schleswig-Holstein sein.

Am Donnerstag präsentierte Hausberg auf der Baustelle einen neuen Unterstützer für das Hospiz. Christian Kipper von der Deutschen Fernsehlotterie überreichte Peter Kober, dem Konzernchef der Albertinen-Diakonie, einen Scheck über 100.000 Euro. Das Norderstedter Hospiz gehöre damit zu jenen 18 sozialen Projekten, die die Fernsehlotterie in diesem Jahr mit zwei Millionen Euro allein in Schleswig-Holstein gefördert habe, sagte Kipper.

Bundesweit seien rund 50 Millionen Euro von jenen 190 Millionen Euro ausgeschüttet worden, die die Bundesbürger mit ihren Losen über fünf oder zehn Euro zusammengetragen hätten. „Hospizarbeit zeigt Herz und Wärme“, lobte der Lotterie-Chef das Norderstedter Projekt. „Sie leisten Arbeit von unschätzbarem Wert. Das ist gelebte Solidarität.“ In 70 Jahren habe die Stiftung Fernsehlotterie zwei Milliarden Euro an 9300 Projekte vergeben. Damit reihe sich diese TV-Spende in die zahlreichen anderen finanziellen Unterstützer ein, sagte Pastor Hausberg.

Corona macht das Sammeln der Spenden schwierig

Mehr als 1000 Einzelpersonen, Firmen, Vereine, Stiftungen und Kommunen hätten inzwischen privates Vermögen, Geldgeschenke oder eigene Einnahmen für den Hospizbau in Norderstedt zur Verfügung gestellt, der insgesamt 4,6 Millionen Euro kosten wird. 650.000 Euro seien so an Spendengeldern eingegangen, sagte Hausberg und dankte allen Unterstützern. Wegen der vielen ausgefallenen Stadtfeste und Veranstaltungen und klammer Kassen durch den Corona-Lockdown, konnte bislang das Ziel von einer Million Euro Spenden nicht erreicht werden. Er sei aber fest davon überzeugt, dass auch dieses letzte Drittel der fehlenden Einnahmen noch zusammenkäme, sagte Hausberg.

Das Geld der Fernsehlotterie solle einen Teil der Inneneinrichtung tragen, die allein 300.000 Euro kosten soll, so Hausberg. Das reiche von der Gestaltung der Diensträume, Kücheneinrichtung und Pflegemobiliar bis hin zu Medizinprodukten. Denn so schlicht das Hospiz von außen aussehen mag: „Innen wird es sehr lebendig, heimelig und gemütlich sein“, damit sich die sterbenskranken Kurzzeitbewohner hier mit ihren Angehörigen sich wohl und geborgen fühlen.

Die Stadt Norderstedt ist Mitgesellschafterin des Hospizes. Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder lobte das Projekt als einen absoluten Gewinn für die Menschen in Norderstedt. „Wir schaffen hier einen Ort, der den Betroffenen einen würdevollen Tod und ihren Angehörigen ein würdevolles Abschiednehmen ermöglicht.“

Das Hospiz ist für eine Viertelmillion Menschen da

Amtskollegin Ulrike Schmidt aus der Nachbargemeinde Henstedt-Ulzburg, die mit der Diakonie und Norderstedt das Hospiz betreiben wird, sprach von der Notwendigkeit dieser Einrichtung in der Region. „Für meine Gemeinde ist das eine Herzensangelegenheit und möge die Spende der Fernsehlotterie dem Hospizbau auf der Zielgeraden neuen Schwung verleihen.“

Wie sehr solche sterbebegleitenden Einrichtungen gebraucht werden, verdeutlichte Pastor Hausberg mit einer weiteren Zahl. So würden bis 2022 landesweit die Hospizplätze auf 130 Betten verdoppelt werden. Der Einzugsbereich für das Norderstedter Hospiz umfasse etwa eine Viertelmillion Menschen. Trotz der verspäteten Öffnungszeit würden aber die 24 hauptamtlichen Mitarbeiter und ihre 14 ehrenamtlichen Helfer wie geplant zum 1. Oktober ihre Arbeit beginnen, damit der Betrieb einen Monat später so professionell und fürsorglich wie möglich beginnen könne.

Wer für das Hospiz spenden möchte: Albertinen Hospiz Norderstedt, Volksbank Raiffeisenbank, IBAN: DE74 222 900 310 008 277 435. Für Spendenbescheinigungen im Verwendungszweck die Adresse des Spenders angeben.