Rätsel

Er nahm den Reichen und gab den Geknechteten

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. In unserem heutigen Denksport-Rätsel suchen wir einen Waldmann, der Ungerechtigkeit verabscheute.

Kreis Segeberg.  Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie doch, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!

Der König weilte angelegentlich eines Kreuzzuges nebst anschließender Gefangenschaft auf mehrjähriger Dienstreise. Daheim herrschte das Chaos in Person eines charakterschwachen Interimsregenten, nämlich des Stiefbruders der aushäusigen Majestät.

Finstere Zeiten für Pächter und Kleinbauern: Ohne den Schutz der Obrigkeit waren sie dem willkürlichen Enteignungsterror raffgieriger Adliger hilflos ausgeliefert. Kaum jemand leistete Widerstand. Doch einige hartgesottene Gesellen flohen in dunkle Wälder und scharten sich um einen Anführer. Der war furchtlos, hatte nichts mehr zu verlieren und erwies in der Wahl seiner Mittel als ebenso wenig zimperlich wie seine Gegenspieler. Anders jedoch als diese konnte sich der Outlaw-Häuptling aber auf Unterstützung durch die geknechtete Bevölkerung verlassen. „In einem gewissen Sinn ist das Banditentum eine ziemlich primitive Form organisierten sozialen Protestes. Von den Armen jedenfalls wird es in vielen Gesellschaften so angesehen. Sie beschützen deshalb den Banditen, betrachten ihn als ihren Helden, idealisieren ihn und erheben ihn zum Mythos“ erklärt der Buchautor Eric Hobsbawm dieses Phänomen.

Im Gegensatz zu den Unterdrückern, so berichtet die Legende, teilte der kühne Kämpfer die Beute mit bedürftigen Bürgern – obwohl er zufolge einer herrschenden Theorie selbst blauen Blutes war. Sein eigentlicher Name sei Robert Fitzhood, Graf von Huntington, gewesen, und sein Metier als Rächer der Enteigneten nicht auf eine soziale Ader zurückzuführen, sondern weitaus schlichter motiviert: der Earl hatte seiner Väter Burg durch ungezügelten Lebenswandel durchgebracht und war pleite. Doch wer wird posthum den Stab brechen über einen sagenhaften Rebellen, dessen Mythos acht Jahrhunderte überdauerte? Jedenfalls nicht der Philosoph Georg Christoph Lichtenberg: „Wenn du die Geschichte eines großen Verbrechers liest, so danke immer, ehe du ihn verdammst, dem gütigen Himmel, dass er dich mit deinem ehrlichen Gesicht nicht an den Anfang einer solchen Reihe von Umständen gestellt hat.“

Wie nannte sich der Rächer aus dem Wald?

Die Antwort steht am Donnerstag im Abendblatt. Am Mittwoch suchten wir den bunten Namen, den IBM-Forscher ihrem siegreichen Supercomputer gegeben hatten: Deep Blue.