Rätsel

Eine kupferhäutige Lady, die auf sich warten ließ

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. In unserem Denksport-Rätsel geht es um ein Datum, das Anlass für ein großzügiges Geschenk war.

Kreis Segeberg.  Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen.


Im Sommer 1865 traf sich eine Runde demokratisch gesonnener Intellektueller im Landhaus des Politikers Edouard de Laboulaye zum Abendessen. Das Landhaus stand in der Nähe Versailles. Möglicherweise ließ man sich von den nahe gelegenen monarchistischen Monumentalbauten inspirieren: Nach allgemein festgestellter Erkenntnis, dass zwischen Frankreich und den USA „tiefgreifende Sympathie und eine gegenseitige Verpflichtung zur Freiheit“ bestünde, reifte zwischen Dessert und Digestif der Plan, dieser Verbundenheit ein Denkmal zu setzen. Einer der Landhausgäste war der Bildhauer Frédéric Auguste Bartholdi. 1871 reiste er nach New York und fand den geeigneten Standort für das geplante Denkmal: eine kleine Insel in der Bay südwestlich von Manhattan. Das Monument selbst entstand in Paris. Für das seinerzeit weltgrößte Denkmal (mit Unterbau 93,5 Meter Höhe) konstruierte der Ingenieur Gustave Eiffel ein verstrebtes Eisenfachwerkskelett. Daran sitzt eine den äußeren Formen der Statue entsprechende Sekundärstruktur. Flache Eisenstäbe tragen die Außenhaut aus 300 getriebenen Kupferblechen. Als Modell für die Statue wählte Bartholdi gleich zwei Frauen: Das Gesicht der „Lady Liberty“ trägt die Züge seiner Mutter, der Körper ist der Gestalt seiner Gattin nachempfunden – was vermutlich beiden Damen Anlass zum Grübeln gab.

Die feierliche Enthüllung des Denkmals hatte eigentlich am 4. Juli 1876 erfolgen sollen. Doch Mangel an Geld und Sponsoren lähmten das Projekt, bis Joseph Pulitzer, Herausgeber der New Yorker Zeitung „The World“, mit einem Appell an die Eitelkeit die Spenden zum fließen brachte: Jeder Geldgeber wurde namentlich im Blatt erwähnt, ungeachtet der Spendenhöhe.

Trotzdem dauerte es noch neun Jahre, bis die 210 Lattenkisten mit dem Lady-Liberty-Bausatz per Schiff den Atlantik überquerten. Da der Sockel noch immer nicht fertig war, zog ein weiteres Jahr ins Land der unbegrenzten Möglichkeit, bis die Kisten ausgepackt wurden. Doch am 28. Oktober 1886 enthüllte Bartholdi endlich sein Werk – 21 Jahre nach dem geselligen Landhaustreffen und ein Jahrzehnt nach dem Fest, zu dessen Termin die Freiheitsstatue eigentlich bereits hätte auf dem Podest stehen sollen.


Welcher verpasste Anlass war das? Die Antwort steht am Montag im Abendblatt. In der Freitagausgabe suchten wir nach dem Namen eines deutschen Komponisten: Johannes Brahms (1833-1897).