Rätsel

Ein Komponist, der schon zu Lebzeiten berühmt war

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. In unserem Denksport-Rätsel suchen wir den Namen eines Musikers, der das „Deutsche Requiem“ schuf.

Kreis Segeberg.  Der Junge aus ärmlichen Verhältnissen wuchs in einem finsteren Hamburger Bordellviertel auf. Für eine warme Mahlzeit spielte er in üblen Spelunken vor Prostituierten und ihren Freiern Klavier. Der Vater war ein schüchterner Orchestermusiker und stand unter der Fuchtel seiner 17 Jahre älteren Frau.

Alles gelogen. Als der schon zu Lebzeiten berühmte Komponist am 3. April 1897 in Wien starb, war seine schaurig-romantische Lebenslegende bereits allgemein verbreitet – der Künstler selbst hatte das Märchenimage von der Aschenputtel-Karriere gepflegt. Die Realität war anders: Das Elternhaus war zwar nicht reich, aber durchaus bürgerlich. Sein Vater, Mitglied der Hamburger Philharmoniker, hatte für eine anständige Schulbildung gesorgt. Statt in Bordellpinten verdiente sich der Junge sein Taschengeld als Wochenendpianist in soliden Ausflugslokalen. Schon mit zwölf Jahren erhielt er Gratisunterricht bei Hamburgs bekanntestem Klavierpädagogen Eduard Marxen. Der Durchbruch zum gefeierten Komponisten und Pianisten kam, als der renommierte Kollege Robert Schumann sich von einem Konzert des 20-jährigen Talents tief beeindruckt zeigte.

1875 wechselte der mittlerweile 42-Jährige von Hamburg nach Wien, wo er seine vier Symphonien und das „Deutsche Requiem“ komponierte. Seine Musik ist von Schwermut geprägt. Als er zeitweise als Dirigent tätig war, nahm er fast ausschließlich ernste Stücke ins Programm, sodass die Wiener witzelten: „Wenn der Maestro lustig ist, lässt er ,Das Grab ist meine Freude’ singen!“

Am 14. Juni 1889 erhob der Hamburger Senat den musikalischen Exil-Hanseaten zum Ehrenbürger. Dieser feierliche Akt blieb nicht die letzte Ehrung für den berühmten Sohn der Hansestadt. Rechtzeitig zum 100. Todestag des Komponisten erhielt ein Hamburger Platz seinen Namen.


Wie lautet der Name des Platzes? Die Antwort steht morgen im Abendblatt. In der Donnerstagausgabe fragten wir nach dem Namen einer australischen Touristenattraktion: Es ist der Ayers Rock.