Bad Segeberg

Was tun, wenn sich Fledermäuse ins Haus verirren?

Fledermäuse – hier ein Braunes Langohr – können sich bei ihren Erkundungsflügen auch schon einmal in eine Wohnung verirren. In solch einem Fall empfiehlt der Nabu vor allem: Ruhe bewahren!

Fledermäuse – hier ein Braunes Langohr – können sich bei ihren Erkundungsflügen auch schon einmal in eine Wohnung verirren. In solch einem Fall empfiehlt der Nabu vor allem: Ruhe bewahren!

Foto: Dietmar Nill / NABU

Meistens sind es Jungtiere, die den falschen Weg einschlagen. Naturschutzbund gibt Tipps, wie sich Hausbewohner richtig verhalten.

Kreis Segeberg.  Im Sommer häufen sich die Anrufe beim Naturschutzbund (Nabu): Viele Bürgerinnen und Bürger berichten dann teils aufgebracht, teils fasziniert von Fledermäusen in ihren Wohnungen. Bei den Tieren handelt es sich meistens um Jungtiere, die sich auf ihren Erkundungsflügen versehentlich in die menschlichen Behausungen verirren.

Die am häufigsten in Schleswig-Holstein vorkommende Fledermausart, die Mückenfledermaus, bewohnt im Sommer sogenannte Spaltenquartiere wie enge Ritzen oder Nischen unter Hausdächern oder an Gebäuden. Die Jungtiere sind noch unerfahren im Auskundschaften optimaler Quartiere. Ein gekipptes Fenster oder eine Gardinenfalte scheinen ein geeignetes Schlafquartier zu versprechen. Ab Anfang September fliegen die kleinen Säuger außerdem zu ihren Winterquartieren, auch dabei kann es passieren, dass die Tiere auf ihren Wanderungen Unterschlupf in und an Gebäuden suchen. Erst ab Anfang November sind keine Einflüge mehr in Gebäuden zu erwarten.

Wenn sich eine Fledermaus verirrt, dann empfiehlt der Nabu vor allem: Ruhe bewahren! Fledermäuse sind Menschen gegenüber nicht aggressiv und greifen diese nicht an. Dennoch ist beim direkten Kontakt mit den Wildtieren Vorsicht geboten.

Dann gilt: Fenster auf, Licht aus, abwarten! Die meisten Fledermäuse fliegen durch ein gekipptes Fenster ein, da diese ihren natürlichen Quartieren besonders ähneln. Oft kommen sie aber nicht wieder von selbst hinaus. Bei einer abends im Raum umherfliegenden Fledermaus sollte, so der Nabu, daher das Licht ausgemacht und alle Fenster weit geöffnet werden. Die meisten Fledermäuse finden dann ihren Weg alleine wieder hinaus. Falls tagsüber Fledermäuse gefunden werden, sollten die Tiere vorsichtig mit geschützten Händen gegriffen und in einen kleinen Karton verfrachtet werden. Wichtig: Die Fledermäuse nur mit einem (Leder-)Handschuh oder einem dicken Handtuch behutsam anfassen. Für die Tiere ist das eine Stresssituation, und sie könnten sich eventuell mit Bissen wehren. Den Karton unbedingt gut verschließen, mit Trinkschale und Versteckmöglichkeiten (beispielsweise einer Rolle Küchenpapier oder einem Baumwolltuch) bestücken. Zur späten Dämmerung den Karton dann nach draußen bringen, öffnen und die Fledermaus an einen Baum oder an eine Hauswand setzen.

Fledermäuse vertilgen nachts mehrere Tausend Mücken

Wer Fledermäusen gerne geeigneten Wohnraum zu Verfügung stellen möchte, kann dies mit einfachen Mitteln tun, betont der Nabu: Es gebe zahlreiche Fledermauskästen auf dem Markt, und mit der richtigen Bepflanzung im Garten könne man den nächtlichen Flatterern einen reich gedeckten Tisch bescheren. „Fledermäuse sind in der Regel sehr angenehme Untermieter, machen meistens keinen Lärm und stören ihre menschlichen ,Gastgeber‘ nur selten. Lediglich kleine Hinterlassenschaften verraten ihre Anwesenheit am Haus“, heißt es in einer Pressemitteilung des Naturschutzbundes, der zudem drauf hinweist, dass Fledermäuse Hausbesitzern auch einige Vorteile bringen. So vertilgen sie beispielsweise mehrere Tausend Mücken pro Nacht.