Henstedt-Ulzburg

Ärztezentrum: Gemeinde will Studie abwarten

Ein Arzt ein Stethoskop in der Hand (Symbolbild).

Ein Arzt ein Stethoskop in der Hand (Symbolbild).

Foto: Patrick Seeger / dpa

WHU fordert, dass schon jetzt Standorte in Henstedt-Ulzburg gesucht werden sollen, die für ein Medizinisches Versorgungszentrum infrage kommen.

Henstedt-Ulzburg.  Die WHU hält an ihrer Forderung fest, wonach die Gemeinde Henstedt-Ulzburg schon jetzt eine Immobilie oder ein Grundstück suchen sollte, das für die Ansiedlung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) oder einer hausärztlichen Praxisgemeinschaft geeignet wäre. Die Fraktion hatte hierfür den alten Henstedter Hof an der Maurepasstraße ins Spiel gebracht. „Wir sollten zumindest einleitende Beschlüsse für ein Ärztezentrum fassen“, so die Gemeindevertreterin Katrin Iwersen.

Auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses wurde ein entsprechender Antrag abgelehnt, allerdings mit einem Formfehler. Denn Iwersen bekam nicht die Gelegenheit, ihren Vorschlag zu erläutern. „Das wurde von der Bürgermeisterin richtiggestellt“, sagte die WHU-Fraktionsvorsitzende Karin Honerlah, es sei ein Verstoß gegen die Gemeindeordnung. Der Antrag wird nun ein weiteres Mal auf die Tagesordnung gesetzt, wobei die nächste Sitzung des Gremiums erst für den 3. Dezember vorgesehen ist.

Bis zu neun Ärzte können angesiedelt werden

Vielleicht liegt bis dahin das Ergebnis einer durch die Ärztegenossenschaft Nord beauftragten Machbarkeitsstudie vor – auf diese verweist der im Rathaus zuständige Wirtschaftsförderer Sebastian Döll. „Die Ergebnisse werden, wenn die Studie vorliegt, am runden Tisch für Ärzteversorgung diskutiert und weitere Handlungsvorschläge erarbeitet.“ Erst dann, so Döll, würde im nächsten Schritt der Sozialausschuss beraten. „Konkrete Standorte würden in Augenschein genommen, sollten die Ergebnisse die Einrichtung eines MVZ empfehlen und der Fachausschuss eine solche Einrichtung befürworten.“

In Kaltenkirchen geht es schneller voran, da hatte die Politik auf Initiative von Bürgermeister Hanno Krause schon im Januar die Änderung eines Bebauungsplans beschlossen. Auf dem Gelände der früheren Feuerwache soll ein Zentrum zur Sicherung der ärztlichen Versorgung gebaut werden. Interessierte Mediziner sollen sogar an den Planungen beteiligt werden, können sich auf die Sitze bewerben. Die Vergabe erfolgt allerdings durch einen Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung, der paritätisch mit Vertretern der Ärzteschaft und der Kassen besetzt ist.

Bisher keine Absprachen mit Nachbar Kaltenkirchen

Honerlah: „Wir haben Angst, dass alle Plätze nach Kaltenkirchen gehen. Die Kassenärztliche Vereinigung hat neun Sitze genehmigt. Jetzt stellt sich die Frage, wie man Ärzte nach Henstedt-Ulzburg bekommen kann.“ Es ginge primär um eine Verbesserung der hausärztlichen Versorgung. „Bei Fachärzten kann ich auch nach Norderstedt, Kaltenkirchen oder Quickborn ausweichen.“

Dass sich Kaltenkirchen und Hen­stedt-Ulzburg absprechen, ist bisher nicht geschehen. Wirtschaftsförderer Sebastian Döll: „Gerade die hausärztliche Versorgung sollte möglichst wohnortnah erfolgen, sodass eine Kooperation über Kommunengrenzen hinweg bei zwei relativ großen Kommunen wie Henstedt-Ulzburg und Kaltenkirchen bedingt geeignet ist.“ Bei der Besetzung von Facharztstellen wäre das aber anders zu bewerten.