Rätsel

Das Ende der dollarschillernden Seifenblase

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. In unserem Denksport-Rätsel geht es heute um ein Ereignis, das eine weltweite Rezession auslöste.

Kreis Segeberg.  Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen.


Die Herren in den Chefetagen der New Yorker Wallstreet waren fassungslos. Im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ sollten rasante Karrieren eigentlich aus Tellerwäschern Millionäre machen. Hier passierte leider das Gegenteil: Vielen der wenige Stunden zuvor noch schwerreichen Magnaten gehörte plötzlich nicht einmal mehr der edle Anzug auf dem Leibe. Manchem, der morgens noch vom livrierten Bediensteten in nobler Limousine zur Arbeit chauffiert wurde, fehlte abends das nötige Kleingeld für ein Busticket. Nicht wenige verloren mit dem Vermögen jegliche Lebensperspektive. Sie betraten ihr Büro durch die Tür und verließen es durchs Fenster - für immer.

In den Vorjahren, den „Goldenen Zwanzigern“, hatte sich die amerikanische Industrieproduktion verdoppelt. Die Unterhaltungsindustrie schuf mit neuen Medien wie Film und illustrierten Massenblättern eine lukrative Massenkultur. Zwischen 1923 und 1929 wuchsen die Kapitalerträge und Unternehmergewinne um 65 Prozent. Im selben Zeitraum stiegen die Löhne der Arbeiter und Angestellten aber nur um 11 Prozent, die der Farmer stagnierten gar. Nur 29 Prozent der Einkommen aller US-amerikanischen Familien lag über dem damals offiziell anerkannten Existenzminimum von 2500 Dollar pro Jahr.

Der Börse jedoch ging es glänzend. Selbst riskanteste Aktienmanöver wurden mit satten Gewinnen belohnt, was wiederum die Kurse in neue Rekordhöhen trieb. Am 25. Oktober 1929 kollabierte die dollarschillernde Seifenblase. Die Aktien fielen innerhalb weniger Stunden um bis zu 50 Dollar, der Gesamtumsatz des Tages betrug annähernd 13 Millionen Anteile – die bis dahin höchste Umsatzzahl der Börsengeschichte. Während der folgenden Tage wurde diese Marke noch mehrfach übertroffen. Unter dem Ansturm ihrer verunsicherten Kundschaft schlossen etliche Banken die Schalter.

Damit war die Illusion von den „goldenen“ Zwanzigern endgültig dahin. Nach dem Börsenkrach sank die amerikanische Industrieproduktion bis 1932 um die Hälfte. Die Krise blieb nicht lokal. Der 25. Oktober 1929 markierte den Beginn einer weltweiten Rezession mit Massenarbeitslosigkeit und Produktionsrückgang.


Welchen finsteren Namen verlieh der Volksmund diesem folgenschweren Tag? Die Antwort steht am Montag im Abendblatt. In der Freitagausgabe suchten wir den Namen eines Schriftstellers: Erich Maria Remarque (1898-1970).