Rätsel

Umstrittener Bestseller – Grauen zwischen Buchdeckeln

Wolkenformation in Form eines Fragezeichen (Symbolbild).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichen (Symbolbild).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. In unserem heutigen Denksport-Rätsel suchen wir den Namen eines deutschen Schriftstellers

Kreis Segeberg.  Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen.


Als der Berliner Propyläen-Verlag am 31. Januar 1929 den Roman „Im Westen nichts Neues“ in den Handel gab, bat die Verlagsleitung ausgerechnet Hans von Seeckt – den einstigen Chef der Heeresleitung – um Rezension. Der überzeugte Militarist hielt den Roman für „schädlich“, beruhigte aber sich und alle Gesinnungsgenossen mit der Prognose, das Buch sei „heute schon überholt... denn diese weinerliche Pazifistenperiode geht zu Ende, und es regt sich wieder mehr Kampfwillen von innen und außen.“

Die politische Rechte schmähte den Roman unisono als „undeutsch“. Auch Vertreter der Linken waren mit dem Werk unzufrieden. Die „Weltbühne“ bemängelte „pazifistische Kriegspropaganda“, Egon Erwin Kisch die literarische „Verwässerung des Krieges“. Ihre Hauptkritik bezog sich auf die fehlende politische Ebene – über die Kriegsursachen schweige sich der Autor leider aus. Doch die meisten Leser fühlten (und fühlen) bei der Lektüre vermutlich wie der Schriftsteller Bruno Frank: „Aus einem Massengrab redet der Namenlose, der unbekannte Soldat. Ich weiß kein anderes Buch, zwischen dessen Deckeln so viel Grauen und fürchterliches Leid eingeschlossen wäre. Nicht das Leid des einzelnen, sondern das ineinander heulende Leid von hundert Millionen Menschen, die von idiotischer Politik in die Hölle zusammengetrieben wurden.“

Das Buch erreichte in Rekordzeit Millionenauflagen. Bereits 1930 wurde der Stoff in Hollywood verfilmt. Die Premiere in Berlin erfolgte im selben Jahr, und die strikt rechtslastige Hugenberg-Presse geiferte: „Für Deserteure, Pazifisten, Deutschlandfeinde und Drückeberger ist es der Film der Filme“ – bis das Reichsministerium weitere Kinoaufführungen verbot. Man begründete diese Zwangsmaßnahme mit verblüffenden Argumenten: Der Streifen sei „ein Film nicht des Krieges, sondern der deutschen Niederlage, und ich möchte das Volk sehen, dass sich die Darstellung der eigenen Niederlage gefallen lässt.“ Das Buch warf man drei Jahre später zu Tausenden Exemplaren auf die Scheiterhaufen nationalsozialistischer Literaturinquisition.


Wie hieß der Autor des umstrittenen Bestsellers? Die Antwort steht in der Wochenendausgabe des Abendblatts. In der Donnerstagausgabe suchten wir den Namen eines britischen Lordprotektors:Oliver Cromwell (1599-1658).