Berlin

Amtsverwaltung macht „NahBar“-Betreiberin Hoffnung

Melanie Wellendorf von der „NahBar“ fuhr beim Autocorso mit.

Melanie Wellendorf von der „NahBar“ fuhr beim Autocorso mit.

Foto: Melanie Wellendorf / Privat

Besitzerin soll Hygienekonzept einreichen, darf vielleicht im kleinen Rahmen öffnen. Joy-Betreiber sucht Gespräch mit Politik.

Berlin. Es gibt doch noch Hoffnung für die „NahBar“: Seit Monaten hat die Kultkneipe an der B 432 in Nahe coronabedingt geschlossen, steht kurz vor dem Aus. Um die Bar zu retten, hat Besitzerin Melanie Wellendorf erneut beim Amt Itzstedt vorgesprochen – und zumindest einen Teilerfolg erreicht. „Ich reiche jetzt ein aktualisiertes Hygienekonzept ein und dann wird erneut geprüft. Die Chancen stehen gut, dass ich zumindest die Möglichkeit habe, im kleinen Rahmen wieder zu öffnen“, sagt die 36-Jährige. „Das ist ein Lichtblick.“

Zur Erklärung: Als die Behörde im Mai das Hygienekonzept der „NahBar“ überprüfte, fiel auf, dass Wellendorf ihre Konzession erweitern muss. Bis jetzt ist die Bar als Schank- und Speisewirtschaft eingetragen. Weil hier aber wie in einer Disco gefeiert wird, bräuchte Wellendorf eine erweiterte Konzession. Diese würde an die 1000 Euro kosten – viel Geld, das sie nicht hat. Aber: Weil derzeit ohnehin nicht getanzt und gesungen werden darf, muss Wellendorf die Konzession vorerst nicht ändern.

Am Mittwoch protestierte die gebürtige Schweizerin mit rund 15.000 anderen Betroffenen aus der Veranstaltungsbranche bei der Großdemonstration „AlarmstufeRot“ in Berlin, um auf die Not der Szene aufmerksam zu machen. Auch Joey Claussen, Betreiber des Joy in Henstedt-Ulzburg, war mit neun Mitarbeitern in Berlin, setzte auf dramatische Symbolik mit einem Galgenknoten. Nach der Veranstaltung konstatierte er: „Das Wichtigste ist, dass wir im Nachhinein die finanzielle Unterstützung, so wie es der Koalitionsausschuss besprochen hat, bis Jahresende bekommen.“ Und dann? „Private Feiern mit bis zu 100 Personen“, das würde er gerne durchführen dürfen. „Das Joy ist nicht dafür gemacht, als gemütliche, kleine Bar zu dienen.“ Claussen sucht nun das Gespräch mit den Entscheidungsträgern. „Im nächsten Schritt werde ich auf die Kommunalpolitik und die Bürgermeisterin zugehen.“ Er hofft darauf, dass Bedingungen geschaffen werden können für eine teilweise Wiederaufnahme des Betriebs. Denkbar wäre ebenso eine geänderte Konzession. „Das Tanzverbot macht es unmöglich, zu öffnen.“