Tangstedt

Die Politik sagt Ja zum Golfhotel

Edward Szymczak, Geschäftsführer des Golfclubs, auf der Anlage – der Neubau soll im vorderen Bereich entstehen.

Edward Szymczak, Geschäftsführer des Golfclubs, auf der Anlage – der Neubau soll im vorderen Bereich entstehen.

Foto: Christopher Herbst

Trotz Corona: Projekt des Golfclubs Hamburg-Oberalster ist im Plan. Der Baubeginn soll 2023 sein.

Tangstedt. „Wir sind sehr zufrieden, wir werden gut behandelt“, sagt Edward Szymczak. Die Tangstedter Ortspolitik steht weiterhin – und das ohne Gegenstimme – hinter dem Projekt des Golfclubs Hamburg-Oberalster, der unter anderem ein Golfhotel und ein Boardinghouse bauen möchte. Laut Geschäftsführer Szymczak sei das Vorhaben im Plan – trotz Corona. Dazu passt der jüngste politische Beschluss: Der Planungs- und Umweltausschuss votierte dafür, die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung und die Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange sowohl für die nötige Änderung des Flächennutzungsplans als auch für den neuen Bebauungsplan Nr. 36 durchzuführen. Die Gemeindevertretung dürfte auf ihrer nächsten Sitzung folgen.

Der Club will Jobs schaffen und Tourismusimpulse setzen

Die Fraktionen hatten kaum Nachfragen, nachdem Anke Warnke, Diplom-Ingenieurin des beauftragten Planungsbüros Evers & Küssner, ihre Präsentation in der Sitzung beendet hatte. Auch die bei anderen Fragen bekanntlich durchaus kritischen und meinungsstarken Tangstedter nehmen das Treiben und die Ambitionen der Golfer eher zur Kenntnis. Das Hotel würde, so Warnke, maximal 120 Zimmer haben, dazu einen Fitness- und Wellnessbereich, Clubräume, auch Zimmer für Mitarbeiter und auch Verkaufsflächen für golfspezifische Produkte. Weitere Punkte: Ein neuer Betriebshof und die Möglichkeit, die Abschlags- und Übungsanlage zu erweitern. All das soll die Attraktivität des 2014 eröffneten Clubs steigern – und auch touristische Impulse für das Land setzen. Dazu würden Arbeitsplätze und Ausbildungsstellen geschaffen.

Vermutlich wäre das Hotel also einer der größten Arbeitgeber im Ort. Szymczak beruft sich in seiner Argumentation, weshalb der Neubau nötig ist, auf das gestiegene Interesse auch internationaler Spieler – gerade aus dem skandinavischen Raum. Diese sollen möglichst nicht nur in Tangstedt golfen, sondern auch die Tage dort verbringen, etwa mit weiteren Ausflügen in der Region, die ja mehrere Naturschutzgebiete vorweisen kann, oder mit Restaurantbesuchen in der Gemeinde.

An einem Thema kommt man trotzdem nicht vorbei: „Corona wird weiter allgegenwärtig sein“, so Edward Szymczak, der weiter mit erheblichen Auswirkungen für die Hotelbranche rechnet. Inklusive Pleiten. Umso durchdachter müssen Konzepte sein. „Wir können aus der Pandemie lernen“, sagt er. „Es ist für Investoren, für Planer eine Herausforderung, Zimmer, Flure, Begegnungsstätten zu konzipieren, bei denen wir Abstand halten können.“

Die Bedingungen werden vom Virus quasi diktiert. Beim Golfspielen selbst sei das weniger problematisch, da seien Abstände unter freiem Himmel natürlich ohne großen Aufwand einzuhalten. „Wir können uns aus dem Weg gehen. Wir haben im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten und unter Berücksichtigung der Corona-Standards auch schon Turniere stattfinden lassen.“

Der Investor steht noch nicht fest

Das künftige Hotel wird rund acht Meter hoch sein, eine Visualisierung für das Projekt kann Szymczak zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht öffentlich präsentieren, da gebe es lediglich Entwürfe. „Wenn wir Baurecht geschaffen haben, werden wir uns mit Investoren, die sich speziell im Hotelbereich, im Sportbereich tummeln, zusammensetzen.“ Noch steht der Investor nicht fest, es gebe „Optionen“, so Szymczak. Er rechnet sowieso konservativ mit einen Baubeginn erst im Jahr 2023, das halte er für realistisch. Zumal auch erst einmal ein Generalunternehmen für die Umsetzung gefunden werden müsse. „Sobald wir Rechtssicherheit haben, werden wir alle Mitglieder darüber informieren, was wir vorhaben“, sagt Edward Szymczak.