Denksport-Rätsel

Ein mutiger Journalist und Pazifist

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Wie heißt der Mann, nach dem unter anderem auch in Hamburg eine Schuler benannt ist.

Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!


In der „Weltbühne“ behauptete Kurt Tucholsky im Rahmen einer Glosse: „Soldaten sind Mörder.“ Der Reichswehrminister erhob Beleidigungsklage, doch Tucholsky war für die Justiz nicht greifbar – er lebte in Paris. Statt des Autors stellte man den Herausgeber vor Gericht. Der verteidigte sich: „Was nutzt den Toten des Weltkrieges die Ehre, die hier angeblich geschützt werden soll? Was nützen Denkmäler des unbekannten Soldaten den Gefallenen? Erst muss der Mensch leben, dann kann seine Ehre geschützt werden!“

Seit 1927 kämpfte der Herausgeber in der „Weltbühne“ mit scharfzüngigen Leitartikeln gegen den Militarismus. Wegen der Veröffentlichung geheimer Aufrüstungspläne musste er 1931 für 18 Monate ins Gefängnis, was internationale Proteste auslöste. Sogar Thomas Mann verließ vorübergehend den Elfenbeinturm und wetterte, „man sollte die Mundtotmachung der öffentlichen Kritik der faschistischen Diktatur vorbehalten“. Die Diktatur ließ bekanntlich nicht lange auf sich warten, und der Herausgeber sah das voraus: „Die gleiche Not, die alle schwächt, ist Hitlers Stärke. Der Nationalsozialismus bringt wenigstens die letzte Hoffnung von Verhungernden: den Kannibalismus. Man kann sich schließlich noch gegenseitig fressen. Das ist die fürchterliche Anziehungskraft dieser Heilslehre. Sie entspricht nicht nur den wachsenden barbarischen Instinkten einer Verelendungszeit, sie entspricht vor allem der Geistessturheit und politischer Ahnungslosigkeit jener versackenden Kleinbürgerklasse, die hinter Hitler marschiert. Diese Menschen haben auch in besseren Zeitläufen nie gefragt, immer nur gegafft.“ Im Februar 1933 verschleppte die Gestapo den Publizisten in ein KZ. Dort wurde er geschunden, aber nicht vergessen. Am 24. November 1936 verlieh ihm das norwegische Nobelpreiskomitee den Friedensnobelpreis für das Vorjahr.

Hermann Göring bot ihm die Freilassung an, wenn er auf den Preis verzichten würde. Der physisch zerbrochene Mann lehnte Görings Angebot ab. In seinem vorletzten „Weltbühne“-Leitartikel hatte er geschrieben: „Bei dem uralten Duell zwischen physischer Gewalt und freiem Gedanken ist die Gewalt im letzten Gang immer unterlegen.“
Wie hieß der Mann?

Die Antwort steht am Montag im Hamburger Abendblatt. In der Freitagausgabe fragten wir nach einer chinesischen Widerstandsbewegung. Gemeint ist der Boxeraufstand.