Corona-Pandemie

401 Corona-Tests an Kitas im Kreis Segeberg negativ

Immer schön die Händchen waschen: Auch für die Kleinsten in den Kitas gelten die Hygienevorschriften der Corona-Pandemie.

Immer schön die Händchen waschen: Auch für die Kleinsten in den Kitas gelten die Hygienevorschriften der Corona-Pandemie.

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Die Ergebnisse der wochenlangen Tests von Erziehern, Kleinkindern und Eltern liegen jetzt vor.

Kreis Segeberg.  401 Tests auf Covid-19 hat der Infektionsschutz des Kreises Segeberg in den letzten Wochen bei Erzieherinnen und Erziehern, Kleinkindern und deren Eltern gemacht – und sie alle waren negativ. Das teilte die Kreisverwaltung am Donnerstag mit. Wer also noch Restzweifel hatte, ob die Kitas in Norderstedt und im Kreis Segeberg während der Corona-Pandemie ein sicherer Ort sind, der kann jetzt beruhigt sein. Zumindest sprechen die Zahlen der kreisweiten Untersuchung eine klare Sprache.

Die Erkenntnisse wurden bei der sogenannten Prävalenztestung im Kreis gewonnen. Die Landesregierung will mit einer erweiterten Corona-Test-Strategie herausfinden, wie sehr sich das Coronavirus in der Gesellschaft verbreitet. Für die stichprobenartigen Tests wurde der Kreis Segeberg als einziger Flächenkreis des Landes ausgesucht, koordiniert wurden sie vom Infektionsschutz des Gesundheitsamtes, das dem Land im Vorfeld ein Konzept für die Testung vorgelegt hatte.

Fünf Millionen Euro lässt das Land sich die Tests kosten

Außer dem Kreis sind die Städte Kiel und Lübeck an den Prävalenztestungen beteiligt. Das Land gibt fünf Millionen Euro für die Tests aus. Zunächst wurden etwa 500 Lehrer aus Norderstedt und dem übrigen Kreis untersucht – bei 1000 Tests wurde lediglich eine infizierte Lehrerin in Bad Segeberg entdeckt. Danach starteten die ungleich aufwendigeren Testungen in den Kindertagesstätten. Im Kreisgebiet wurden vom 6. Juli bis 7. August bei 117 Personen mit Bezug zu 25 Kindertagesstätten Abstriche genommen und auf das Coronavirus untersucht. Die dabei insgesamt untersuchten 401 Abstriche waren allesamt negativ auf Covid-19.

Die Suche nach Probanden für die freiwillige Testreihe war leicht. In der Hochphase der Pandemie im März meldeten sich viele Erzieher, sowie Eltern mit Kindern umgehend. Innerhalb kurzer Zeit war die maximale Zahl von 250 Testpersonen erreicht. Einzige Voraussetzung für eine Teilnahme war, dass die getesteten Personen ohne Krankheitszeichen waren, die mit Corona in Zusammenhang gebracht werden.

In der Testphase sprangen viele Teilnehmer wieder ab

Offenbar hatten sich aber viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht genau klar gemacht, was die Prävalenztestung im konkreten Alltag bedeutet. Alle Testpersonen sollten sich während der Sommerferien insgesamt vier Mal im Abstand von einer Woche im Testzentrum des Forschungszentrums in Borstel einfinden. Dort wurden die Abstriche genommen und ausgewertet. Zwar konnten die Eltern mit den Kindern und auch die Erzieherinnen und Erzieher hier im Drive-In vorfahren und der Abstrich wurde dann aus dem Auto heraus genommen.

Schließlich blieben 117 Probanden übrig

Doch dieser Aufwand stellte offenbar etliche Freiwillige schon vor eine unlösbare Aufgabe. So reduzierte sich die anfängliche Zahl von 250 Probanden im Zuge der konkreten Terminsuche für die Test auf 117 Personen. Und auch die hielten das gesamte Testverfahren mit vier aufeinander folgenden Tests nicht alle durch. Mutmaßlich war es in vielen Fällen einfach zu schwierig, die Kleinkinder wiederholt davon zu überzeugen, die unangenehme Prozedur über sich ergehen zu lassen.

Nach Tag 29 der Testreihe verzeichnete der Kreis noch 81 Testpersonen, die wirklich alle vier Testungen gemacht hatten. Konkret waren darunter 14 Personen aus fünf Kitas in Norderstedt. Weil die große kreisangehörige Stadt an der Grenze zur Hansestadt liegt, wurden die Norderstedter Probanden als „Hamburg nah“ erfasst. Demgegenüber wurden die übrigen Testpersonen und Kindertagesstätten als „ländlicher Raum“ bezeichnet: 103 Personen aus 20 Kitas machten mit.

72 der Testpersonen gehörten zur Gruppe der Erzieherinnen und Erzieher. 25 Kinder und 20 Elternteile wurden getestet. Unter den Kindern waren 13 Mädchen (52 Prozent) und zwölf Jungen (48 Prozent). Unter den getesteten 92 Erwachsenen waren 86 Frauen (93 Prozent) und sechs Männer (sieben Prozent). Die getesteten Kinder waren zwischen zwei und sieben Jahren alt, im Mittel fünf Jahre. Das mittlere Alter aller Erwachsenen betrug etwa 44 Jahre. Die Auswertung durch das Forschungszentrum Borstel erfolgte „nicht zeitkritisch“, so dass von vorneherein zwischen Abstrich und Analytik eine Verzögerung von mehreren Tagen als akzeptabel galt. Das bedeutet, dass es anders als bei üblichen Tests nicht um eine möglichst schnelle Auswertung der Ergebnisse ging. Mit den nun vorliegenden Ergebnissen sind die Prävalenztestungen abgeschlossen Vorerst sei keine Fortsetzung geplant, hieß es beim Kreis.

Schule Ossenmoorpark: Lehrer zeigt leichte Symptome

Neuigkeiten gab es am Donnerstag auch von der Gemeinschaftsschule Ossenmoorpark in Norderstedt. Dort war eine Schülerin positiv auf Covid-19 getestet worden. 22 Mitschüler und drei Lehrkräfte mussten in Quarantäne. Mittlerweile liegen von 22 Schülern negative Testergebnisse vor, eine Schülerin zeigte nach dem Test Symptome und wird deswegen erneut getestet. Die betroffenen beiden Lehrer der Schule wohnen in Hamburg und Kiel. Einer von beiden konnte am Donnerstag wieder unterrichten. Der andere zeigt leichte Symptome und wird daher getestet.

Eine dritte externe Person, die im Rahmen eines Projekts am Unterricht teilgenommen hatte und aus dem Kreis Segeberg kommt, ist aus der Quarantäne entlassen.