Kreis Segeberg

Falsch eingestellte Radarsäule blitzt 365 Autofahrer

Nach den Anrufen entrüsteter Bürger wurde die Einstellung der Anlage schnell korrigiert. Wie es zu der Panne gekommen ist.

Bad Segeberg.  365 Autofahrer, die am Dienstag auf der Bundesstraße 206 in Bad Segeberg unterwegs waren, wussten nicht so recht, wie ihnen geschieht. Auf der Linksabbiegespur auf Höhe des Bahnhofes wurden sie plötzlich vom dort installierten, stationären Messgerät geblitzt – obwohl sie weder zu schnell, noch bei Rot gefahren waren.

„Es häuften sich die Anrufe bei uns, von Bürgern, die sich beschwerten“, sagt Polizeisprecher Lars Brockmann. Es stellte sich heraus: Die Autofahrer hatten sich wirklich nichts zuschulden kommen lassen. Die Messanlage war schlicht falsch eingestellt. Und das kam so: Die Verkehrsüberwachungssäule, die an der Bahnhofstraße Geschwindigkeits- und Rotlichtverstöße festhält, wurde im Juni von Unbekannten stark beschädigt. Der Technische Geschwindigkeitsüberwachungsdienst (TGÜD) des Polizei-Autobahn- und Bezirksreviers Bad Segeberg ließ das Gerät reparieren und nahm es am Dienstag gegen 13.35 Uhr wieder in Betrieb.

Mitarbeiter vergaßen, Funktion zu deaktivieren

Zur abschließenden Überprüfung der Funktionstüchtigkeit stellte ein Service-Mitarbeiter das Gerät auf permanente Durchfahrtskontrolle für den Linksabbiegerverkehr. Die Kamera sollte einfach auslösen, damit man die Bildqualität prüfen konnte. Alles war in Ordnung. Das Gerät wurde „scharf“ gestellt. Allerdings vergaßen die Mitarbeiter des TGÜD, die Durchfahrtskontrolle wieder zu deaktivieren. Deswegen blitze das Gerät nun weiterhin einfach jeden, der links abbog.

Nach den Anrufen entrüsteter Bürger wurde die Einstellung der Anlage am Mittwoch schnell korrigiert. Alle 365 Messfälle im betroffenen Zeitraum wurden gelöscht. „Wir bedanken uns für die vielen Nachrichten der aufmerksamen Bürger und entschuldigen uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten“, teilt Lars Brockmann mit. „Interne Kontrollmaßnahmen hätte diese fehlerhafte Einstellung jedoch auch zeitnah erkannt.“