Spectrum

In Norderstedt gibt’s jetzt endlich wieder Kino

Elizabeth Debicki und John David Washington in einer Szene des Films „Tenet“, der ab heute in den deutschen Kinos läuft.

Elizabeth Debicki und John David Washington in einer Szene des Films „Tenet“, der ab heute in den deutschen Kinos läuft.

Foto: -- / dpa

Zum Auftakt wird an der Rathausallee heute der Action-Film „Tenet“ gezeigt – natürlich unter Corona-Bedingungen.

Norderstedt.  Seit der Kino-Schließung im April mussten die Norderstedter auf den Besuch des Spectrum-Kinos an der Rathausallee verzichten, aber nun geht’s wieder los: Von heute an werden wieder Filme gezeigt. Mit „Tenet“ kommt nach langer Durststrecke auch gleich ein neuer Action-Film aus Hollywood auf die Leinwand.

Während andere Kinos in der Umgebung – zum Beispiel das Beluga in Quickborn und das Cine Star in Bad Segeberg, aber auch viele Hamburger Kinos – schon vor Wochen wieder öffneten, blieben die Leinwände in Norderstedt dunkel. Die K-Motion GmbH Co, die das Spectrum-Kino betreibt, wollte kein Risiko eingehen. „Der Mangel an Filmversorgung hat uns dazu bewogen, mit der Wiedereröffnung zu warten“, sagt Christof Gläser, zusammen mit Matthias Kemme Geschäftsführer des Unternehmens, das insgesamt 15 Kinos in Deutschland betreibt. „Wir haben uns entschlossen, erst wieder an den Start zu gehen, wenn es wieder größere internationale Filme auf dem Markt gibt.“ Mit dem futuristischen Agententhriller „Tenet“ kommt nun ein Film in die Kinos, der die Fantasie der Kinobetreiber beflügelt und zu größeren Hoffnungen veranlasst. Dazu gibt es eine Reihe von neuen deutschen Filmen, die ebenfalls ein gutes Geschäft ermöglichen sollen.

Im Kino gibt es eine schachbrettartige Verteilung

Christof Gläser und Matthias Kemme sind jedenfalls optimistisch. „Wir sind zuversichtlich, dass es wieder aufwärts geht“, sagt Christof Gläser, der aber auch darauf hinweist, dass der Besuch des Spectrum-Kinos anders ablaufen wird, als vor der coronabedingten Schließung.

So beinhaltet der Kauf einer Eintrittskarte zum Beispiel keinen bestimmten Platzanspruch. Die Zuweisung erfolgt vor Ort durch das Personal. Eine „schachbrettartige Verteilung“ der Besucher soll den erforderlichen Sicherheitsabstand gewährleisten. Insgesamt können in jedem der drei Kinosäle etwa 25 Prozent der Sessel belegt werden. Auf die sonst übliche Spätvorstellung wollen die Kinobetreiber zunächst verzichten, Sondervorstellungen wird es hingegen in Einzelfällen geben. Der Film „Tenet“ läuft im Spectrum-Kino heute um 15, 16.15, 19.30 und 20 Uhr. Donnerstag, Freitag, Sonnabend und Sonntag auch um 14.30 Uhr. Außerdem ab Donnerstag im Programm: „I still believe“, „Meine Freundin Conni – Geheimnis um Kater Mau“, „Scooby! Voll verwedelt“ und „Takeover – Voll vertauscht“. Die Filme laufen auch in der kommenden Woche.

Ein Großkino wird es frühestens 2024 geben

Vor dem Kinobesuch muss ein Kontaktformular ausgefüllt werden. Wer die Tickets online kauft, kann das Kontaktformular herunterladen, ausdrucken und das Ausfüllen schon zu Hause erledigen. Das Formular muss beim Besuch des Kinos natürlich vorgelegt werden.

Die Kinoauszeit durch die Corona-Pandemie hat sich auch auf die Neubau-Pläne von K-Motion ausgewirkt. Ursprünglich waren Matthias Kemme und Christof Gläser davon ausgegangen, dass bald mit dem Bau eines Kinos mit sieben Sälen auf dem Gelände zwischen Ulzburger Straße und Rüsternweg begonnen werden kann. Als die Pläne für einen Kinoneubau vor zwei Jahren bekannt gemacht wurden, war ein Baubeginn für dieses Jahr anvisiert worden, jetzt gehen Kemme und Gläser davon aus, dass ein neues Norderstedter Großkino im Jahre 2024 eingeweiht werden könnte. „In der Corona-Zeit sind auch die Planungen vorerst zum Stillstand gekommen“, sagt Christof Gläser, der zusammen mit seinem Partner gerade einen weiteren Kinobau in Lüdinghausen bei Münster eröffnet hat.

Aktuelle Blockbuster sollen später im neuen Norderstedter Kino zu sehen sein, das Spectrum wird dann zum Spielort für besondere Filme nach dem Arthouse-Konzept. Der Vorteil: Mit einem Großkino besteht die Möglichkeit, aktuelle Kassenschlager gleich zum Kinostart in Deutschland zeigen zu können. Das Spectrum ist mit seinen drei Sälen für die Filmverleiher zu unattraktiv und zu klein. Oft können die aktuellen Großfilme hier erst zwei Wochen nach dem Start gezeigt werden, blockieren die Säle dann aber, sodass besondere Filme kaum noch gezeigt werden können.