Denksport-Rätsel

Rätsel-Kolumne: Der Bastard, der zum Eroberer wurde

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

In unserem Denksport-Rätsel suchen wir heute den Namen einer bekannten Persönlichkeit und zwar eines englischen Regenten.

Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!

Wilhelm war zwar ein Herzogssohn, doch das Renommee der Familie ließ zu wünschen übrig. Vater Robert, Herzog der Normandie, führte den vielsagenden Beinamen „der Teufel“. Die Mutter war eine einfache Frau aus dem Volke. Wilhelm, Spross dieser ebenso flüchtigen wie illegitimen Verbindung, musste zunächst mit dem unschönen Prädikat „der Bastard“ leben. Bereits als Achtjähriger löste er seinen verstorbenen Vater in der Herrschaft über die Normandie ab. Doch trotz früh bewiesener Resolutheit blieb er „der Bastard“.

Im Jahr 1051 eröffnete sich dem nun 24-jährigen Wilhelm ein großartige Perspektive: Anlässlich eines Besuches in London versprach ihm sein kinderloser Großonkel Edward, König von England, die Erbschaft des englischen Throns. Doch nach Edwards Tod beschlossen die englischen Adligen, das Vermächtnis ihres Königs zu ignorieren. Wilhelm stand in dem Ruf, aufmüpfigem Adel gegenüber brutale Entschlossenheit zu demonstrieren. Also wählte man lieber einen aus eigener Reihe zum Thronfolger: Harold Godwinson, Earl of Wessex.

Zum widerstandslosen Verzicht war Wilhelm nicht disponiert. Während sich die englischen Truppen mit einer norwegischen Invasionsarmee herumschlugen, landete der Normanne mit 4000 Mann Fußvolk und 3000 Mann Reiterei am 28. September 1066 an der Küste Englands. Um sich krönen zu lassen, musste Wilhelm nach London, aber eine Entscheidungsschlacht inmitten des Feindeslandes wollte er vermeiden. Zwei Wochen lang marschierte die Armee daher entlang der Küste, stets auf dem Sprung, sich im Fall einer verlorenen Schlacht auf die eigenen Schiffe zu flüchten. Am 13. Oktober fand Wilhelm den Weg versperrt – auf einer Anhöhe stand die Streitmacht König Harolds, bereit zum letzten Gefecht. Der Kampf begann und stand lange unentschieden, bis der Normanne zur List griff. Er ließ seine Leute einen Rückzug in scheinbar heilloser Verwirrung simulieren. Tatsächlich ließen sich die Engländer aus ihrer guten Verteidigungsstellung in die Ebene hinab locken, wo sie prompt aufgerieben wurden. König Harold fiel auf dem Schlachtfeld. Wilhelm wurde sein Nachfolger. Als „Bastard“ bezeichnete ihn fortan niemand mehr. Sein künftiger Beiname lautete „der Eroberer“.

Bei welcher Stadt in East Sussex gewann Wilhelm die englische Krone?

Die Antwort steht am Mittwoch im Abendblatt. Am Montag suchten wir eine Wiener Institution unter den Gastronomiebetrieben, die auch unter dem Namen „Tempel des Türkentranks“ bekannt wurde. Es handelte sich um die Kaffeehäuser.