Rätsel

Wie heißen die „Tempel des Türkentranks“ heute?

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Im Denksport-Rätsel geht es heute um die kulinarischen Folgen einer kriegerischen Auseinandersetzung.

Kreis Segeberg.  Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne. Los geht’s!


Seit mehr als 150 Jahren hatten sich Habsburger und osmanische Herrscher um die Vorherrschaft in Ungarn gestritten. Nun wollten beide Seiten eine Entscheidung erzwingen. Zunächst lagen die Vorteile bei den Türken: 1683 zog eine 100.000 Mann starke Armee unter der Führung des Großwesirs Kara Mustafa von Belgrad aus entlang der Donau, eine Aschenspur zerstörter Dörfer hinter sich lassend. Am 15. Juli schloss sich ihr Belagerungsring um Wien.

Die Wiener verließen sich notgedrungen auf ihre frischrenovierten Befestigungsanlagen. Tatsächlich waren die Basteien, Gräben und Vorwerke so raffiniert angeordnet, dass jeder Vorstoß die Angreifer unweigerlich ins Kreuzfeuer der Verteidiger führte. Doch nach drei Wochen nahmen die Türken einen vorgeschobenen Graben ein. Sie trieben waagerechte Stollen bis zum Bereich der Stadtmauern, wo sie Minen explodieren ließen. Der polnische König Johann III. Sobieski berichtete später aus der ramponierten Stadt: „Das menschliche Auge hat niemals solche Sachen gesehen wie jene, die dort durch die Minen angerichtet worden sind: Die gemauerten Basteien, fürchterlich mächtig und hoch, haben sie in entsetzliche Felsbrocken verwandelt und so ruiniert, dass sie nicht weiter standhalten konnten. Die kaiserliche Burg ist total zerschossen.“

Wiens Ende schien nah. Da entschlossen sich die Nachbarn zur tätigen Unterstützung. Zwar hatte man mit den Habsburgern auch öfters gestritten, aber die kannte man wenigstens... Der polnische König und die Kurfürsten Bayerns und Sachsens wussten, dass nach dem Fall Wiens die osmanischen Truppen ihre Heimat bedrohen würde. Am 11. September lagerte das multinationale Entsatzheer am Kahlenberg, 35 Kilometer vor Wien. Am nächsten Morgen stellten sich Kara Mustafa und seine Männer zum Kampf, der für die Türken noch am selben Tag mit einer katastrophalen Niederlage endete. Der totalen Vernichtung entging die Armee des Großwesirs nur, weil sich die Entsatztruppen letztlich mehr durch Beutegier als durch Blutdurst auszeichneten: Statt den Flüchtigen nachzusetzen, plünderte man lieber das türkische Lager. Ein Kenner türkischer Trinkgewohnheiten ergatterte dabei einige Säcke mit gebrannten braunen und schwarzen Bohnen. Dieser Fund bot den Anlass zur Gründung einer noch heute weltberühmten Spezies Wiener Gastronomiebetriebe.


Wie heißen diese „Tempel des Türkentranks“?

Die Antwort steht am Montag im Abendblatt. In der Wochenendausgabe wollten wir, an was für einem Wochentag, die Währungsreform 1948 in Kraft trat. Die Lösung: Der 20. Juni 1948 war ein Sonntag.