Henstedt-Ulzburg

Ertrunkener Junge (14) soll obduziert werden

Vor dem Eingang zum Naturbad Beckersberg wurden Blumen und kleine Gedenksteine niedergelegt.

Vor dem Eingang zum Naturbad Beckersberg wurden Blumen und kleine Gedenksteine niedergelegt.

Foto: Frank Knittermeier

Die Staatsanwalt will ausschließen, dass bei dem Badeunfall in Henstedt-Ulzburg Gewalt im Spiel war.

Henstedt-Ulzburg.  „Ruhe in Frieden kleiner Junge“ steht in roten Buchstaben auf einem Stein, der in den vergangenen Tagen vor dem Eingang zum Naturbad Beckersberg abgelegt worden ist. Er soll an den 14 Jahre alten Jungen erinnern, der in der vergangenen Woche unter tragischen Umständen in diesem See ertrunken ist. Auch Sträuße, einzelne Blumen, Grableuchten und andere bemalte Steine sind hier abgelegt. Es ist der Versuch der Menschen aus Henstedt-Ulzburg und Norderstedt, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen.

Die Ursache für den Unglücksfall ist immer noch nicht bekannt. Klar ist nach Angaben der Polizei offenbar, dass der Junge, der in Norderstedt die Gemeinschaftsschule Ossenmoorpark besucht hat, Nichtschwimmer war. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln weiter, wie es zu dem Unglück kommen konnte. „Wir haben eine Obduktion angeordnet, das Ergebnis soll im Laufe dieser Woche vorliegen“, sagt Axel Bieler, Sprecher der Kieler Staatsanwaltschaft. „Dann können wir möglicherweise auch sagen, ob der Junge unter Gewaltanwendung ins Wasser gestoßen wurde.“ Anhaltspunkte dafür habe es nach diversen Zeugenanhörungen bisher allerdings nicht gegeben. Im Naturbad Beckersberg, das von der Gemeinde Henstedt-Ulzburg betrieben wird, sollen zum Zeitpunkt des Unglücks am späten Nachmittag ein Schwimmmeister und zwei Rettungsschwimmer vor Ort gewesen sein. Sie beaufsichtigten 385 Badegäste, die sich dort an jenem Tag aufgehalten haben. Gegen 15.15 Uhr hatten Freunde des Jungen um Hilfe gerufen, weil sie ihn nicht mehr fanden. Nach etwa 40 Minuten wurde der Junge im Wasser gefunden. Die Versuche der Notärzte, den Jungen noch auf dem Badesteg des Naturbades wiederzubeleben, schlugen fehl.

Im Schwimmerbereich, wo der Junge hineingesprungen sein soll, ist der See bis zu vier Meter tief. „Wir sind mit Personal gut bestückt“, sagt Jens Richter, büroleitender Beamter im Henstedt-Ulzburger Rathaus. Pläne zur Personalaufstockung im Freibadbereich gebe es aktuell nicht.