Rätsel

Wie heißt der Bestseller-Roman des Barock?

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

In unserem Denksport-Rätsel suchen wir heute den Name eines Romans, der auch heute noch gelesen wird.

Kreis Segeberg.  Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit.


Im September 1634 kam der Krieg nach Gelnhausen. Kaiserlich-spanische Truppen eroberten die hessische Stadt, plünderten und massakrierten die Bewohner. Dem 13-jährigen Johann, Spross eines Gelnhausener Bäckers, gelang die Flucht. Doch wenig später ergriffen ihn kroatische Einheiten der kaiserlichen Armee. Gezwungenermaßen geriet der Junge in den Dienst wüster Soldateska und in den mörderischen Strudel des Dreißigjährigen Krieges.

Ähnliches Schicksal erlebten einige Hunderttausend seiner Altersgenossen, doch nur Johann verwandelte zwanzig Jahre nach Kriegsende seine Erlebnisse in Literatur von Weltrang. Die Hauptfigur seiner Erzählung ist ein hochbegabter, aber ungebildeter Windbeutel, dessen Name eine Ableitung der lateinischen Bezeichnung für „Einfachheit“ ist. Dieser Romanheld dient sich vom gepeinigten Botenjungen zum hochstapelnden Pseudo-Offizier in grüner Fantasie-Uniform empor, erlebt Glanz und Elend und entsagt schließlich der schnöden Welt als Eremit auf einer fernen Tropeninsel: „Adieu, Welt! Denn auf dich ist nicht zu trauen noch von dir nichts zu hoffen! In deinem Haus ist das Vergangene schon verschwunden, das Gegenwärtige verschwindet uns unter den Händen, das Zukünftige hat nie angefangen.“

Das Buch erwies sich sofort als Bestseller, bereits nach drei Jahren erschien die fünfte Auflage. Eine Ursache des Erfolgs ist die Sprache des Werkes. Der Autor paarte gewandte Formulierungen mit drastischer Begriffsfülle und schuf eine Kriegsbeschreibung aus der Landsknecht-Perspektive. Dafür hätte es anderen entweder an Sprachkunst oder an einschlägigen Erfahrungen gemangelt – Johann verfügte über beides: „Als ich einst fragte, was unser Regimentskaplan für einer sei, antwortete man: Es ist der Herr Dicis et non facis (Sag es, aber tu es nicht), das ist auf Deutsch so viel wie ein Kerl, der andern Leuten Weiber gibt und selbst keine nimmt.“

Johanns Romanheld erzählt lachend, unverblümt und zeitlos die Wahrheit über einen Krieg, in dem sämtliche Moralgrundsätze untergingen. Vermutlich deswegen stieg das Publikumsinteresse an dem Werk nach dem Zweiten Weltkrieg erneut immens an. Noch heute führen alle großen Taschenbuchreihen Europas und Amerikas den Titel in ihrem Programm.


Wie lautet der Name des Buches?

Die Antwort steht morgen im Hamburger Abendblatt. In der Mittwochausgabe fragten wir nach einem scharfzüngigen Federzeichner: Wilhelm Busch (1832-1908).