Kreis Segeberg

2550 Erstklässler haben ihren ersten Schultag

Jonne Schulze (6) freut sich auf seinen ersten Schultag und darauf, die Schultüte auspacken zu können.

Jonne Schulze (6) freut sich auf seinen ersten Schultag und darauf, die Schultüte auspacken zu können.

Foto: Michael Schick

Die Corona-Pandemie verhindert Nähe und die üblichen Feiern. Trotzdem freuen sich die Kinder aus Norderstedt auf die Einschulung.

Kreis Segeberg . Seinen Namen kann er buchstabieren, flüssig und fehlerfrei. Und was ist mit dem Lesen? Da drückt sich Jonne um die Antwort und wiegt den Kopf hin und her. Soll wohl heißen, ein bisschen, wie seine Mutter Katja Schulze sagt. Das will der Sechsjährige ja auch erst lernen, und zwar vom morgigen Mittwoch an, wenn der Norderstedter seine Klasse kennenlernt, die 1b an der Grundschule Lütjenmoor. Dass er auf dem Flur einen Mund- und Nasenschutz tragen und eine Ersatzmaske dabei haben muss, interessiert den Erstklässler noch nicht. Er freut sich auf die Schule und will „endlich meine Schultüte aufmachen“. Oben guckt ein Dino heraus. Was noch drin ist, wird er am Mittwoch entdecken.

Jonne ist einer von 2550 Jungen und Mädchen, die zum neuen Schuljahr erstmals in den Klassenräumen sitzen werden. Die Zahl der Schulanfänger im Kreis Segeberg ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Vor einem Jahr gab es 2423 Schulanfänger. In Norderstedt sind die Zahlen fast deckungsgleich: 693 Kinder beginnen ihre Lernkarriere in einer der zwölf Grundschulen, zum Schuljahr 2019/2020 waren es 691.

Nur zwei Familienmitglieder dürfen mitkommen

Und doch unterscheidet sich der erste Tag im Schulleben in diesem Sommer erheblich von denen der vergangenen Jahre. Nicht so unbeschwert, nicht so locker und fröhlich wie sonst wird es zugehen, wenn die Jungen und Mädchen am morgigen Mittwoch eingeschult werden. Die Corona-Pandemie verlangt Vorsicht und Verzicht. „Es wird nur eine Klasse zurzeit in der Aula begrüßt, und nur zwei Familienmitglieder dürfen mitkommen“, sagt Katja Schulze, die an der Grundschule unterrichtet. Als ihr älterer Sohn Mika (10) eingeschult wurde, war das noch anders, da waren beide Omas und Opas mit von der Partie und die Patentante: „Hinterher gab es das Elterncafé, und wir haben danach mit der ganzen Familie in einem Restaurant gegessen“, sagt die Norderstedterin, die mit ihrem Mann Timo noch eine zweite Einschulung erleben wird: Der zehnjährige Mika startet in der fünften Klasse des Coppernicus-Gymnasiums in Teil zwei der Schullaufbahn.

Sein jüngerer Bruder lernt in einer Schule, die sich im Umbruch befindet. Schüler und Lehrer werden in einigen Jahren in einen neuen Komplex am Aurikelstieg ziehen. Bis der Neubau der Grundschule Lütjenmoor fertig ist, sollen die Grundschüler am jetzigen Standort nach dem Unterricht am Vormittag betreut werden, Mittag essen, Hausaufgaben erledigen und die Freizeitkurse besuchen. Damit die Schule zum gerade angelaufenen Schuljahr in den Betrieb als Offene Ganztagsschule starten kann, wurden Container auf dem Schulgelände aufgestellt.

Provisorische Lerngebäude lässt die Stadt auch auf dem Gelände der Grundschule Harkshörn aufstellen. „Sie verzeichnet neben der Grundschule Fried­richsgabe steigende Einschulungszahlen“, sagt Norderstedts Schuldezernentin Anette Reinders. 51 Jungen und Mädchen werden in Harkshörn in das schulische Lernen starten, 15 mehr als im Vorjahr. Am Standort Friedrichsgabe ist die Zahl der Erstklässler um 23 auf 78 gewachsen. Zum Schuljahr 2021/22 soll die Grundschule Harkshörn Offene Ganztagsschule und anschließend dafür baulich erweitert werden. Sie und die Grundschule Pellwormstraße sind die letzten beiden der zwölf Norderstedter Grundschulen, die noch nicht im Ganztagsmodus arbeiten.

Kreisweit starten am meisten Kinder in der Grundschule Heidberg ins Schulleben, wobei sich die städtische und die Statistik des Segeberger Schulamtes leicht unterscheiden. 110 Schulanfänger nennt Schulrätin Meike Harder, Schuldezernentin Reinders spricht von 100. „Unsere Zahlen stammen von Ende März, und da gibt es bis zum Schuljahresbeginn immer noch Veränderungen. Wir werden unsere Daten aktualisieren, wenn die Einschulungen beendet sind“, sagt Harder. Die Grundschule Heidberg nimmt nicht nur am meisten Kinder auf, sie ist mit gut 400 Schülern auch die größte Grundschule im Kreis Segeberg.

Heidbergschule ist die größte Grundschule im Kreis

Unter den Top 5, den Schulen mit den meisten Neuaufnahmen, rangiert die Grundschule Flottkamp in Kaltenkirchen mit 99 Kindern laut Statistik des Schulamts auf Platz zwei. Mit 360 Schülern belegt sie in der Größentabelle den dritten Platz. Rang vier und fünf gehen an die Grundschule Harksheide-Nord (343 Schüler, 80 Neuaufnahmen) und die Helen-Keller-Grundschule in Wahlstedt (334 Schüler). Hinter der Heidbergschule ist die Heinrich-Rantzau-Schule in Bad Segeberg platziert (364 Schüler, 96 Neuaufnahmen).

Am wenigsten Neuzugänge hat das Schulamt für die Grundschulen in Alveslohe, Goldenbek und Rickling registriert. Die Alvesloher Schule zählt zusammen mit den Schulen in Warderfelde und Fahrenkrug zu den kleinsten im Kreis. Sorge bereitet das der Schulrätin allerdings nicht: „Keine Schule unterschreitet die Mindestzahl von 80 Schülern und ist in ihrer Existenz bedroht.“

Auch bei den weiterführenden Schulen in Norderstedt entsprechen die Einschulungszahlen dem Vorjahresniveau: 668 Kinder werden die fünfte Klasse besuchen, zwei weniger als im vorigen Jahr. Auffällig ist der Rückgang beim Gymnasium Harksheide, wo zum vorigen Schuljahr 145 Jungen und Mädchen aufgenommen wurde. Aktuell sind es 83. Profitiert haben Lessing- und Coppernicus-Gymnasium. Die Gemeinschaftsschulen Harksheide und Willy Brandt hatten wieder deutlich mehr Anmeldungen, als sie Schüler aufnehmen können.

Verglichen mit dem Trend vor drei Jahren stehen die Gemeinschaftsschulen bei den Eltern jetzt höher im Kurs: 42 Prozent schicken ihre Kinder auf eine der vier Norderstedter Gemeinschaftsschulen, 58 Prozent haben sich für eins der vier Gymnasien entschieden. 2017 lag die Anmeldequote noch bei 62 Prozent, einer der höchsten Werte in Schleswig-Holstein.