Sommer 2020

Der Endspurt für die Corona-Badesaison beginnt

| Lesedauer: 8 Minuten
Luka Simon
Rein ins kühle Nass: Wer sich in den letzten Wochen ins Freibad traute, hatte viel Platz in den Becken oder den Seen. Das Wetter sorgte neben Corona für Besucherschwund.

Rein ins kühle Nass: Wer sich in den letzten Wochen ins Freibad traute, hatte viel Platz in den Becken oder den Seen. Das Wetter sorgte neben Corona für Besucherschwund.

Foto: Tetra Images / picture alliance / Bildagentur-o

Endlich – das Wetter soll wieder heiß werden! Die Freibäder im Kreis Segeberg freuen sich auf die Badegäste.

Kreis Segeberg.  Die Corona-Krise und das schlechte Wetter der vergangenen Tage und Wochen sorgte in den Freibädern der Region zuletzt für eher exklusive Verhältnisse. Wer sich in das kühle Nass traute, der hatte es weitgehend für sich allein.

Die Badesaison 2020 dürfte für die Bäderbetriebe des Kreises Segeberg als Albtraum-Saison in die Geschichte eingehen. Für eine endgültige Bilanz ist es noch zu früh – denn immerhin ist der Sommer noch lange nicht vorbei und in den kommenden Tagen soll es ja auch wieder richtig heiß werden. Aber die Besucherzahlen und die damit verbundenen Einnahmen werden insgesamt wohl drastisch einbrechen, vor allem im Vergleich mit den heißen Sommern der Vorjahre. Die Holstentherme in Kaltenkirchen bilanzierte zuletzt, dass man 2020 wohl ein Minus von zwei Millionen Euro einfahren werde. In gleicher Höhe macht das Arriba Erlebnisbad in Norderstedt schon in normalen, besucherstarken Jahren Defizite.

Für die Hygiene- und Abstandsregelungen in den Frei- und Naturbädern des Kreises Segeberg ist die Wetterlage eher günstig. Denn so werden die Konzepte nur selten auf die Probe gestellt. Und so fällt zumindest in dieser Hinsicht das Urteil der Verantwortlichen in den Bädern positiv aus: Es läuft gut, die Disziplin der Badegäste stimmt. Bevor es in den nächsten Tagen wieder warm wird, haben wir in den Bädern des Kreises nachgefragt, welche Regeln dort gelten und wie sie eingehalten werden.

Arriba Strandbad

„Die Hygieneregeln werden hier gut eingehalten“, sagt der Pressesprecher der Norderstedter Stadtwerke, Oliver Weiß. Die Besucherzahlen seien nach der Eröffnung kontinuierlich gestiegen. „Im Rahmen der Hygieneauflagen durften wir die Besucherzahlen erhöhen“, sagt er. 600 statt vorher 300 Personen dürfen sich nun gleichzeitig im Strandbad aufhalten. Jeder Badegast erhält ein Stundenticket, mit dem er maximal drei Stunden im Freibad sein darf. Hinweisschilder und das Personal sorgen dafür, dass Abstände eingehalten und Nasen - und Mundschutz im Kassenbereich, in den Umkleiden sowie den Toiletten getragen werden. Eine Ampel an der Kasse reguliert zudem das Betreten des Strandbades.

Das Arriba Strandbad hat täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 3,43 Euro, Kinder 2,45 Euro Eintritt.

Freibad Alveslohe

Die Badeaufsicht des Freibades Alveslohe, Mandy Eichler, zieht eine positive Bilanz über die Umsetzung der Hygiene-Auflagen. „Wir hatten einen guten Start, das Anbaden war super“, sagt sie. Normalerweise kommen pro Tag bis zu 500 Personen in das Freibad. Zur Wiedereröffnung wurden die Besucherzahlen jedoch auf maximal 100 begrenzt. Nach ein paar Tagen wurde die Zahl bereits auf 150 erhöht. Gezählt werden die Badegäste per Chip, den sie für zwei Euro Pfand beim Einlass erhalten. Die Rutsche des Freibades ist nach wie vor gesperrt, und auch die Bänke und Tische dürfen nicht benutzt werden, da das Essen am eigenen Platz verzehrt werden soll.


Das Freibad Alveslohe ist montags bis freitags von 14 bis 19 Uhr und sonnabends und sonntags von 13 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 2,50 Euro, für Kinder 1 Euro.

Itzstedter See

Im Freibad am Itzstedter See durften die maximalen Besucherzahlen ebenfalls erhöht werden, von 600 auf 850 Personen. Mit einem farbigen Chip wird jeder Badegast einer Liegewiese zugeteilt. Durch die Weitläufigkeit des Geländes könne sich die Besuchermenge gut verlaufen, sagt Rettungsschwimmerin Karen Schmidt von der DLRG. Die Stege zum Sprungturm dürfen nur noch angeschwommen werden, da sie nicht breit genug sind, um genügend Abstand halten zu können. Nur die Außenduschen dürfen benutzt werden.

Der Itzstedter See ist montags bis sonntags von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Erwachsene ab 16 Jahren zahlen 3 Euro, Kinder ab drei Jahren 1 Euro und Spätbader ab 18 Uhr 2 Euro.

Strandbad Ihlsee

Im Strandbad am Ihlsee in Bad Segeberg durften zunächst maximal 400 Badegästen zeitgleich das Bad betreten. „Seit dem 29. Juni sind 1000 Besucher gleichzeitig erlaubt – wir haben uns aber dazu entschieden, nicht mehr als 750 Personen einzulassen“, sagt Betriebsleiter Rüdiger Simon Ostwald. Auch hier dürfen nur die Außenduschen benutzt werden. Ein digitales System des Freibades hat die Kontaktdaten jedes Besuchers mit Jahreskarten gespeichert, zusätzlich werden persönliche Angaben registriert.

Das Strandbad Ihlsee hat täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 2 Euro.

Naturbad Beckersberg

Erste Lockerungen gibt es auch im Naturbad Beckersberg in Henstedt-Ulzburg: „Seit der neuen Landesverordnung vom 29. Juni öffnen wir jetzt wieder eingeschränkt die Sammelumkleiden – mit einzelnen Plätzen“, sagt Malte Pohlmann, Pressesprecher der Gemeinde Henstedt-Ulzburg. Trotzdem dürfen auch hier die Duschen nach wie vor nicht benutzt werden, es werden keine Liegen oder Spielzeug verliehen, die Schwimminseln sind gesperrt und die Umkleidekabinen werden in kürzeren Zeitabständen gereinigt als sonst. Der Andrang ist dennoch groß – bei gutem Wetter sei die Obergrenze von maximal 400 Badegästen bereits erreicht worden, sagt Pohlmann. An Engpässen auf der Steganlage, an denen Begegnungsverkehr stattfinden kann, werde bislang sehr umsichtig reagiert. Was als nächstes gelockert werde, sei noch nicht absehbar. „Wir reagieren auf die Vorgaben des Landes und bewerten die einzelnen Änderungen“, sagt Pohlmann.

Das Naturbad Beckersberg ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 2,50 Euro für Erwachsene und 1,50 Euro für Kinder ab vier Jahren.

HolstenTherme

Das Freibad der HolstenTherme in Kaltenkirchen darf zur Zeit nur die Hälfte der üblichen Gastanzahl einlassen, aktuell sind das 642 Personen. An besonders frequentierten Tagen sei diese Maximalzahl auch bereits erreicht worden, sagt Stefan Hinkeldey, Geschäftsführer der HolstenTherme. Die Anmeldung für einen Freibadbesuch zwecks Registrierung und Ticketverkauf erfolgt online. Die Auslastung der einzelnen Becken wird durch einen getrennten Ein- und Ausgang kontrolliert.
Eine Maskenpflicht besteht beim Check-In und Check-Out, bei Kontakt zu den Mitarbeitern der HolstenTherme, in geschlossenen Räumen sowie am Kiosk. „Unsere Gäste respektieren die Regeln und erleben einen normalen Badebetrieb“, sagt Hinkeldey. Weitere Lockerungen werden derzeit nicht erwartet, so Hinkeldey, die bisherigen Auflagen für den Badebetrieb unter freiem Himmel gelten noch bis zum 9. August.

Das Freibad der HolstenTherme hat täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 3 Euro, Kinder ab fünf Jahren 1,50 Euro.

Freibad Ellerau

Im Freibad Ellerau sind Umkleidebereich und Duschen sowie die 42-Meter-Wasserrutsche und das Planschbecken für Kleinkinder gesperrt. Aktuell sind die Besucherzahlen auf 100 begrenzt. Die Kommunalbetriebe Ellerau haben sich angesichts der Schulferien dazu entschieden, die Eintrittspreise für das Freibad zu senken. Seit dem 1. Juli zahlen Kinder statt einem Euro nur 50 Cent für eine Zwei-Stundenkarte. Die Zehnerkarten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene beinhalten 11 Freibadbesuche, ein Eintritt wird erlassen.

Das Freibad Ellerau, hat montags 12 bis 18.30 Uhr, dienstags bis freitags, von 11 bis 18.30 Uhr und sonnabends, sonntags, von 10 bis 18.30 Uhr geöffnet.

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