Norderstedt

Werkstätten: Durch Corona ein Drittel weniger Umsatz

Katja Rathje-Hoffmann (CDU), Landtagsabgeordnete aus Nahe und Landesvorsitzende der Frauen-Union.

Katja Rathje-Hoffmann (CDU), Landtagsabgeordnete aus Nahe und Landesvorsitzende der Frauen-Union.

Foto: Sönke Ehlers

Löhne der Menschen mit Beeinträchtigungen sinken, weil die Produktion einbricht. Politiker besucht Norderstedt Werkstätten.

Norderstedt.  Einen Informationsbesuch der Landtagsabgeordneten Katja Rathje-Hoffmann (CDU) in den Norderstedter Werkstätten nutzte Einrichtungsleiter Matthias Schneeloch für die harsche Kritik am Kreis Segeberg. „Von der Kreisverwaltung und der Heimaufsicht fühlen wir uns allein gelassen. Das in funktioniert in anderen Kreisen besser.“ Schneeloch machte seinem Unmut Luft über die „überbordende Bürokratie mit einer Flut von Anträgen und Prüfungsaufträgen“ in der Corona-Krise und ansonsten mangelnde Unterstützung.

Hintergrund seines Frustes ist die aktuelle Situation der Werkstätten. Seit dem 1. Juli wird dort mit der geistig und körperlich beeinträchtigte Belegschaft wieder produziert – unter einem besonderen Hygienekonzept. Es wurden zahlreiche Masken genäht und trotz Lockdown alles dran gesetzt die Produktionsverträge zu erfüllen. Dennoch sei es zu einem Umsatzverlust von einem Drittel und Auftragsrückgängen gekommen.

„Das ist besonders bitter, weil die Löhne für die beeinträchtigten Mitarbeiter aus den Produktionserlösen bezahlt werden.“ Schneeloch wünscht sich für Einrichtungen wie die Werkstätten eine Entkoppelung der Löhne von den Produktionserlösen und Mittel für eine unabhängige Lohnzahlung für die sinnvolle Beschäftigung mit Teilhabe am Arbeitsleben.

Katja Rathje-Hoffmann sagte zu, sich um ein Gespräch mit Sozialpolitikern aus dem Kreistag, dem Landrat und den leitenden Mitarbeitern der Heimaufsicht mit den betroffenen sozialen Einrichtungen zu bemühen.

Die sogenannte „Kulanzregelung“ in Schleswig-Holstein wird von Schneeloch als besonders hilfreich eingestuft. Sie ermöglicht es, dass die Vergütung fortgezahlt werden kann, auch wenn die Leistung wegen der Corona-Krise nicht erbracht werden kann.

Rathje-Hoffmann hatte auf ihrer Sommertour bereits das Autohaus Stadac besucht und Bürgergespräche geführt. In den Werkstätten wollte sie sich ein Bild über die Auswirkungen der Corona Pandemie in der sozialen Einrichtung machen. Begleitet wurde die Landtagsabgeordnete von Stadtpräsidentin Kathrin Oehme und Doris Vorpahl, Mitglied im Norderstedter Sozialausschuss. Neben einem Rundgang stand auch ein Gespräch mit dem Werkstattrat auf dem Programm.