Rätsel

Wer war der Außenminister, der zu früh starb?

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Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

In unserem Denksport-Rätsel suchen wir heute den Namen eines Politikers aus der Weimarer Republik.

Kreis Segeberg.  Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie doch, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!


Der Minister verließ seine Villa im Grunewald, um sich ins Auswärtige Amt zu begeben. Für die Fahrt wählte sein Chauffeur eine offene Limousine – am Morgen des 24. Juni 1922 herrschte prächtiges Sommerwetter. Sie fuhren über die Königsallee in Richtung Kurfürstendamm, ohne zu bemerken, dass man ihnen folgte.

Im Wagen hinter ihnen saßen drei sonnenbrillengetarnte Männer. An der Ecke Königsallee/Wallotstraße setzten die Verfolger zum Überholen an. Als sich die Fahrzeuge auf gleicher Höhe befanden, feuerte einer der Männer mit einer Maschinenpistole auf den Minister, sein Komplize warf im gleichen Moment eine Handgranate in die offene Limousine. Noch bevor die Granate ihr Opfer zerriss, flüchteten die Täter. Es war der 376. politische Mord in der Geschichte der jungen Weimarer Republik. Der ermordete Außenminister hatte sich nicht in sein Amt gedrängt. Als Großindustrieller (sein Vater gründete die AEG, er selbst war seit 1915 dort Aufsichtsratsvorsitzender) und vielgelesener Verfasser ökonomischer und philosophischer Werke stand er auch im Ausland in gutem Ruf.

Der amtierende Reichskanzler Joseph Wirth berief den hochqualifizierten Weltmann ins Kabinett und beauftragte ihn mit heiklen Verhandlungen über Reparationsleistungen. Auf diesem Posten ließen sich bestenfalls Kompromisse erreichen, die vielen politischen Gruppierungen nie weit genug gingen. Deutschnationale Propagandisten der „Dolchstoß“-Legende eröffneten geifernd die Kampagne gegen den Außenminister und erklärten den Mann jüdischer Abstammung in einem zynischen Hetzreim zum Freiwild schießwütiger Handlanger. Die später gefassten Attentäter gehörten zur „Organisation Consul“. Dieselbe Gruppe rechtsradikaler Fanatiker hatte bereits einige Monate zuvor die Ermordung des Zentrumspolitikers Matthias Erzberger veranlasst. In der Reichstagsdebatte am Tag nach dem Handgranaten-Mord appellierte Kanzler Wirth an alle Republiktreuen, sich zu regen, „um endlich in Deutschland diese Atmosphäre des Mordens, des Zornes, der Vergiftung zu zerstören. Da steht der Feind, der sein Gift in die Wunden eines Volkes träufelt. Da steht der Feind – und darüber ist kein Zweifel: Der Feind steht rechts!“ Wenig später trat Wirth resigniert von seinem Amt zurück.

Wie hieß der Außenminister?
Die Antwort steht am Dienstag im Abendblatt. Am Sonnabend suchten wir eine Habsburgerin: Maria Theresia.

( jasch )

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