Rätsel

Der kleine Lord mit der behaarten Urwaldmutter

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Wolkenformation in Form eines Frageichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Frageichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. In unserem Denksport-Rätsel suchen wir heute den Namen eines literarischen Halbaffen.

Kreis Segeberg.  Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!


Das Affentheater war perfekt inszeniert: Ein Lord und seine Lady werden von ihrer meuternden Schiffsbesatzung an einer afrikanischen Dschungelküste ausgesetzt. Fern der Heimat zimmern sie ein Baumhaus, zeugen einen Sohn und agieren im rustikalen Ambiente, bis nach Jahresfrist ein Fieber die junge Mutter dahinrafft. Der Lord, gramgebeugt, vergisst die Tür zu verriegeln - umgehend dringen Riesenaffen in die Hütte ein, erschlagen den Vater und bemächtigen sich des Babys. Eine Äffin, die kurz zuvor ihre eigene Brut verloren hat, adoptiert den Junglord. Angeleitet von der affigen Amme entwickelt sich der zarte Adelsspross zum drahtigen Urwald-Terminator.

Als die tierische Geschichte erstmals 1912 im amerikanischen „All-Story“ - Magazin erschien, steigerte sich die Heftauflage erheblich. Für den Autoren Edgar Rice Burroughs bedeutete es das erste Erfolgserlebnis seines Berufslebens. Der 37-Jährige hatte sich bereits als Viehtreiber, Soldat, Goldschürfer, Buchhalter und Vertreter für Bleistifte versucht und damit oft genug kaum die Mittel für Miete und Essen verdient. Nun bewies er ungeahnte Cleverness: Als er auf dem Honorarscheck für die Affengeschichte den Vermerk „Für alle Rechte“ entdeckte, protestierte er so lange beim „All-Story“ - Verleger, bis der sich achselzuckend mit dem Erstabdruckrecht zufrieden gab. Dieser Schachzug machte Burroughs zum Multimillionär. Die Geschichte lieferte fortan den Stoff für Comic-Strips, Drehbücher und TV-Serien. Den Namen seines sagenhaften Affenzöglings verkaufte Burroughs lukrativ als Markenzeichen für T-Shirts, Limonaden und Badehosen im Leoparden-Look.

Bereits 1918 verfilmte man die Urwald-Story zum ersten Mal. Mit echten Affen wagte man nicht zu drehen. Also engagierte die Filmgesellschaft wendige Jungmänner aus einem Turnclub und ließ sie in Affenkostümen durch die Kulisse hüpfen. Ein altersschwacher, mit Betäubungsmitteln ruhiggestellter Zirkuslöwe wurde ebenfalls aufgeboten. Trotz der Barbiturate griff das narkotisierte Tier den Hauptdarsteller Elmo Lincoln an. Prompt zog der 100-kg-Kraftmeier seinen Dolch aus dem Lendenschurz und erstach den matten Leu. Die Filmgesellschaft ließ den Löwen ausstopfen und bei der Broadway-Premiere des Films ausstellen. Die Legende um den Affenmenschen war um eine Facette reicher.


Wie heißt die lianenschwingende Kunstfigur?


Die Antwort steht am Sonnabend im Abendblatt. Am Donnerstag suchten wir einen umschwärmten Philosophen mit ausgeprägtem Zahlentick. Die Rede war von Pythagoras

Die Antwort steht am Sonnabend im Abendblatt. Am Donnerstag suchten wir einen Philosophen mit ausgeprägtem Zahlentick: Es handelte sich um Pythagoras.

( jasch )

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