Rätsel

Wer war der Zahlenmeister mit der goldenen Hüfte?

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Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. In unserem Denksport-Rätsel suchen wir heute den Namen eines großen Mathematikers.

Kreis Segeberg.  Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie doch, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!


Im rechtwinkligen Dreieck ist die Summe der Kathetenquadrate gleich dem Quadrat über der Hypotenuse. Sind a und b die Längen der beiden Katheten, und ist c die Länge der Hypotenuse, so gilt: a2 + b2 = c2. Derartiges begreift man sofort oder versteht es nie. Konsequenterweise unterschied der Mann, nach dessen Namen dieser Lehrsatz benannt wurde, seine Mitmenschen in zwei Kategorien: Mathematiker und Mitläufer.

Einzig den Mathematikern erschlossen sich seiner Ansicht nach die Geheimnisse der Schöpfung, denn die Welt sei ein einziges Zahlenspiel. Die Zahl als gestaltschaffendes Prinzip forme Geist und Materie und sorge für kosmische Harmonie. Der um 570 v. Chr. auf Samos geborene Zahlenphilosoph ließ sich als 40-Jähriger in der unteritalienischen Stadt Kroton nieder und gründete eine eigene Schule. Die Lebensregeln der nach ihm benannten Gemeinschaft trugen Sektencharakter. Allabendlich musste sich jeder aus der Gemeinschaft drei Fragen stellen: Was habe ich Schlechtes getan? Was habe ich Gutes getan? Was habe ich versäumt zu tun?

Der Meister dozierte überwiegend nachts, bevorzugte den Monolog und hatte immer recht. Seine Reden begannen mit der stereotypen Verbalkeule: „Nein, bei der Luft, die ich atme, nein, bei dem Wasser, das ich trinke, ich gestatte keinen Widerspruch zu dem, was ich sage!“ Wer danach noch zuhörte, tat es mit Hingabe. Seinen Schülern galt der Meister als vollkommener Weiser. Sie verehrten ihn bereits zu Lebzeiten als Inkarnation des Gottes Apollons.

Ein Günstling, der dem Göttlichen beim Bade assistieren durfte, verbreitete gerüchteweise, des Meisters Hüfte sei aus purem Gold. Der Verehrte dementierte nicht, obwohl er als Endziel jeglicher philosophischer Studien die Weisung setzte: „Nichts bewundern.“

Diese Devise verfolgten schließlich die anderen Bürger Krotons. Aufgebracht von der Arroganz der elitären Gemeinschaft vertrieben sie den Meister nebst seiner Anhängerschar gewaltsam und kümmerten sich fortan nicht mehr um die mysteriösen Zahlencodes des Universums. Spätere Generationen geplagter Schüler hätten gern ähnlich gehandelt. Sie mussten sich aber mit a2 + b2 = c2 konfrontieren, begriffen es sofort oder verstanden es nie.

Wie hieß der Philosoph mit dem Zahlentick?

Die Antwort steht am Freitag im Hamburger Abendblatt. Am Mittwoch suchten wir einen Mann mit einem Traum – es war Martin Luther King.

( jasch )

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