Barmstedt

Länderwochen in Barmstedt widmen sich Litauen

Karin Weißenbacher hängt ein Porträt aus der Feder der Malerin Elena Balsiukaite.

Karin Weißenbacher hängt ein Porträt aus der Feder der Malerin Elena Balsiukaite.

Foto: Burkhard Fuchs

Bei den diesjährigen Länderwochen steht der südlichste der baltischen Staaten im Fokus. Ausstellungen, Vorträge und Konzerte bis 26. August.

Barmstedt.  Die Stadt Barmstedt beschäftigt sich von diesem Sonnabend an sechs Wochen lang kulturell und historisch mit dem mit rund 2,8 Millionen Einwohnern größten Land im Baltikum. Die Litauen-Wochen bieten bis zum 26. August Bilderausstellungen, Vorträge, Lektüre, Musik und Folklore rund um dieses Land, das an der Ostsee südlich von Klaipeda an den russischen Rayon Selenogradsk grenzt, das frühere ostpreußische Cranz, mit dem der Kreis Pinneberg seit fast 30 Jahren eine Partnerschaft unterhält.

Barmstedt veranstaltet zum 14. Mal diese Länder-Kulturwochen, die von Bulgarien im Jahr 2007 bis Island im vorigen Jahr unter anderen die Menschen und das künstlerische Leben von Kanada, China, Guatemala, Peru, Tibet, Dänemark und Neuseeland dem hiesigen Publikum nähergebracht haben.

„Kunst, Kultur, Lektüre, Musik und Geschichte Litauens sowie das Reisen und die engen Verknüpfungen zu Deutschland bieten eine große Themenvielfalt“, sagt Karin Weißenbacher, die zusammen mit der Stadtverwaltung wieder die Organisation der Veranstaltung übernommen hat. In und vor ihrem Galerie-Atelier III auf der Rantzauer Schlossinsel werden am Sonnabend mit der Eröffnung einer Bilderausstellung auch die Länderwochen eingeleitet. Der litauische Botschafter Darius Jonas Semaska wird dafür eigens aus Berlin hierher anreisen.

Vier Maler repräsentieren die zeitgenössische Kunst

Weißenbacher zeigt in ihren Räumen 18 großformatige Exponate von vier Malern, die aus ihrem Blickwinkel „vier Positionen“ der zeitgenössischen Kunst Litauens darstellten. Dazu gehören die großflächigen Porträts der Malerin Elena Balsiukaite, die surreal anmutenden Gesichter von Migle Kosinskaite, die farbenfroh abstrakten Figuren von Virginijus Viningas sowie die ironisch witzigen Motive von Jolanta Kyzikaite, die zum Beispiel ein Auto voll mit Wasser und einem Schwimmtier aus Gummi auf dem Dach vor einem Tannenwald gemalt und mit dem Stempel „verkauft“ unter dem Titel „Urlaub“ versehen hat. „Die Künstler beschreiben einen lebendigen Spannungsbogen, in dessen Zentrum der Mensch steht“, sagt Karin Weißenbacher. „So entsteht ein besonderer Einblick in die aktuelle Schaffenswelt der in Litauen arbeitenden und lebenden Künstler.“

Parallel dazu werden vom 23. Juli bis 26. August in der kommunalen Halle im Barmstedter Rathaus „Gesichter Litauens“ ausgestellt, die das Journalistenpaar Sabine Sopha und Wolfgang Henze auf seinen Reisen in das baltische Land fotografisch festgehalten hat. Die Fotografen halten zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 23. Juli, einen bebilderten Vortrag zu ihren Fahrten ins Baltikum, der um 19 Uhr im Rathaus beginnt.

Im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Barmstedt in der Chemnitzstraße 30 berichtet am Montag, 27. Juli, ab 19.30 Uhr der Pfarrer Valdas Miliauskas über die Arbeit der Diakonie in Litauen, wo er mit der dortigen evangelischen Landeskirche ein differenziertes Programm zur Suchthilfe aufgebaut hat. Den thematischen Abschluss der Litauen-Wochen bildet am Mittwoch, 19. August, der Vortrag von Prof. Joachim Tauber im Museum der Grafschaft Rantzau auf der Schlossinsel.

Dort wird der Historiker und Direktor des Lüneburger Nord-Ost-Instituts von 19 Uhr an die Beziehungen zwischen Litauen und Deutschland in den vergangenen 100 Jahren beschreiben, die insbesondere von einem zweimaligen militärischen Einmarsch deutscher Truppe während der beiden Weltkriege geprägt waren. Die Stadtbücherei hält zum Länderschwerpunkt Romane, Reiselektüre und andere spannende Informationen rund um das südlichste der drei baltischen Länder für Besucher bereit.

Litauens Kulturattachée kommt zur Eröffnung

Für alle genannten Veranstaltungen und Ausstellungen ist der Eintritt für die Besucher frei. Das Tourismusbüro der Stadt bittet aber darum, sich für die Vorträge vorher telefonisch anzumelden: Telefon: 04123/68 12 04. Wegen der Vorsichtsmaßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie wird die Eröffnung der Litauen-Länderwochen am Sonnabend, 18. Juli, draußen auf der Schlossinsel sein. Die Ansprachen von Bürgermeisterin Heike Döpke, Kreis-Vizepräsidentin Elke Schreiber, Litauens Kulturattachée Rita Valiukonyté und Botschafter Semaska wird der mehrfach ausgezeichnete Pianist Augustinas Eidukonis begleiten.

„Litauen-Wochen in Barmstedt“s vom 18. Juli bis 26. August. Eröffnung an diesem Sonnabend um 15 Uhr auf der Schlossinsel Rantzau in Barmstedt. Der Eintritt ist frei.