Kreis Segeberg

Nabu fordert: „Weg mit den Schottergärten“

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Nach Ansicht des Nabu sind Schottergärten lebensfeindlich für Igel, Insekten und Co.

Nach Ansicht des Nabu sind Schottergärten lebensfeindlich für Igel, Insekten und Co.

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Die Ortsgruppe Kisdorfer Wohld will, dass sich Städte und Gemeinden in der Region mehr für artenreiche Flächen engagieren.

Kaltenkirchen.  Der Naturschutzbund (Nabu) Kisdorfer Wohld ruft die Gemeinden und Städte auf, sich noch stärker für artenreiche Flächen im Stadtgebiet und für ein Gebot von Grünflächen einzusetzen, um Steinwüsten rund ums Haus zu verbannen. „Wir appellieren an die Kommunalpolitiker und Bürgermeister, sich für mehr Grünflächen einzusetzen und die Landesbauordnung konsequent anzuwenden und zu kontrollieren“, fordert Karl Ratjen, Vorsitzender des Nabu Kisdorfer Wohld. In der Landesbauordnung § 8 Abs. 1 steht: „Die nicht überbauten Flächen der bebauten Grundstücke sind wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen und zu begrünen oder zu bepflanzen, soweit dem nicht die Erfordernisse einer anderen zulässigen Verwendung der Flächen entgegenstehen. […]“. Karl Ratjen sagt dazu: „Schottergärten sind per Gesetz bereits verboten. Nur beachten das nicht alle.“

Trotz Klimakrise und Artensterben würden immer mehr Grünflächen unter Beton, Steingabionen und Kies verschwinden. Der Nabu ermahnt Garten- und Vorgartenbesitzer, Architekten und Stadtplaner sowie die Entscheider im Rathaus: „Wir wollen, dass unsere Gemeinden und Städte aufblühen und sich Menschen hier an begrünten, strukturreichen und blühenden Vorgärten erfreuen können. Setzen Sie sich dafür ein, dass klima- und artenfeindliche Schottergärten bei uns keine Chance haben. Damit können wir direkt etwas gegen das rasante Artensterben vor unserer Haustüre tun“, so Karl Ratjen.

Schottergärten seien nicht nur lebensfeindlich für Igel, Insekten und Co, weil sie keine Nahrung und keinen Unterschlupf bieten. Sie heizten sich auch stark auf. „Unsere Städte und Gemeinden brauchen in Zeiten des Klimawandels mehr Grünflächen, die eine kühlende Wirkung haben, und nicht weniger“, betont der Nabu-Vorsitzende. Über das Insekten- und Vogelsterben nur zu klagen, helfe keiner einzigen Wildbiene auf der Suche nach Nahrung und keiner Amsel, die nach einem Wurm sucht.

( HA )

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