Denksport-Rätsel

Zwei Brüder, die auf heiße Luft in Tüten vertrauten

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Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Im Denksport-Rätsel suchen wir heute den Nachnamen zweier Männer, die ein Unterrock einst ins Grübeln brachte.

Das Konzert ist abgesagt, das Shoppen macht mit der Maske im Gesicht keinen Spaß, und die Kumpels am Stammtisch in der Kneipe können Sie auch noch nicht treffen. Was tun? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!


Die Brüder Joseph und Jacques saßen gemütlich plaudernd in der Küche. Über dem bullernden Ofen baumelte der zum Trocknen aufgehängte Unterrock von Josephs Ehefrau. Das reizende Wäschestück erregte plötzlich die Aufmerksamkeit des Gatten – wenn auch auf andere Art, als Madame jemals geahnt hätte: Des Mieders füllige Formen bauschten sich auf und blähten sich wie Segel, bis der Rock vom Haken abhob und gen Decke entschwebte. Dort verharrte das gelupfte Unterkleid. Erst mit Hilfe einer Leiter gelang es den Brüdern, das tolle Textil zu bergen. Danach grübelten sie vereint über die Ursache des Phänomens und erfüllten einen alten Menschheitstraum: Joseph und Jacques bauten ein Fluggerät. Die gern kolportierte Anekdote vom Unterrock ist ebenso anschaulich wie unwahr. Joseph und Jacques, Erben einer Papierfabrik, ergründeten das Prinzip des Heißluftballons auf andere Weise. Als eine Art physikalischer Scherzartikel planten sie die Herstellung künstlicher Wolken. Sie fingen den Rauch eines Strohfeuers mit Papierhüllen auf. Die heiße Luft in Tüten sorgte umgehend für Auftrieb.

Zunächst vermuteten die Brüder, der Rauch beflügele die schwebenden Objekte, doch schließlich erkannten sie die Wärme als Ursache des Aufschwungs. An einem 5. Juni ließen sie im Örtchen Vidalon-lès-Annonay den ersten größeren Warmluftballon vor den Augen der Öffentlichkeit steigen. Der Ballon hatte einen Durchmesser von 11,37 Metern und bestand aus papiergefütterter Leinwand, gestützt von einem Netz aus Bindfaden. Als Energiequelle diente dem fragilen Flugobjekt eine Pfanne mit glühender Holzkohle – genug Stoff für eine immerhin zehnminütige Reise.

Die Erfindung machte Furore. Im September desselben Jahres flogen dann erstmals Passagiere mit. Zunächst hoben vor 130.000 begeisterten Zuschauern in Versailles eine Ente, ein Hahn und ein Hammel ab. Die tierischen Testpiloten überlebten, und so wagte im Oktober erstmals ein Mensch den Aufstieg in lichte Höhen an Bord eines Ballons.

So sensationell die Erfindung dem Volk erschien – die Gelehrten Europas rauften sich die Haare, dass ihnen die Entdeckung des banalen Heißluftprinzips nicht eher gelungen war. Noch Jahrzehnte später schmollte Goethe: „Die Luftballone wurden entdeckt. Wie nahe bin ich dieser Erfindung gewesen. Einiger Verdruss, es nicht selbst entdeckt zu haben.“


Wie lautet Josephs und Jacques Nachname? Und in welchem Jahr führten sie erstmals ihren Ballon der Öffentlichkeit vor?

Die Antwort steht morgen im Abendblatt. In der Dienstagausgabe suchten wir den Namen eines Polarforschers. Gemeint war der Brite Robert F. Scott, der 1868 in Devonport geboren wurde und der 1912 kurz nach Roald Amundsen den Südpol erreichte. Auf dem Rückweg starben Scott und seine vier Begleiter an Unterernährung, Krankheit und Unterkühlung.

( jasch )

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