Rätsel

Auf dem Rückweg fand der Entdecker den Tod

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Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. In unserem heutigen Denksport-Rätsel suchen wir den Namen eines bekannten Polarforschers.

Kreis Segeberg.  Das Konzert ist abgesagt, und die Kumpels am Stammtisch in der Kneipe können Sie auch noch nicht treffen. Was tun? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen.


Ein Orkan fegt nadelspitze Schneekristalle über das Zelt. Die Temperatur sinkt unter minus 35 Grad, alle Brennstoff- und Nahrungsmittelvorräte sind verbraucht. Drei Männer liegen in zerschlissenen Schlafsäcken, zwei von ihnen rühren sich kaum noch. Der dritte sitzt, mühsam gebeugt, über einem Notizbuch und schreibt, die Nachwelt solle sich ein Beispiel nehmen: „Wenn auch nicht dadurch, dass wir in diese Lage geraten sind, so doch dadurch, dass wir unserem Schicksal als Männer entgegensahen.“

Er selbst muss sich vorwerfen, für den Tod etlicher Männer verantwortlich zu sein. Schließlich leitet er die Expedition und ist mit 43 Jahren erfahren genug. Doch schon in der Vorbereitungsphase lief vieles schief. Das Transportschiff verlor Kohlen, Nahrungsvorräte verschimmelten. Drei Dampftraktoren erwiesen sich als Totalflop: Einer versank bereits beim Ausladen im Meer, die beiden anderen standen bald als irreparable Zivilisationsruinen in der Wildnis. Neben Materialdefiziten verschärften menschliche Schwächen die Situation. Mit der Arroganz eroberungsfreudiger Kolonialherren versäumten es die Expeditionsmitglieder, sich beizeiten auf widrige Umweltverhältnisse vor Ort einzustellen. Statt Ski zu benutzen, stapften sie bis zur Erschöpfung durch Tiefschnee. Hundegespanne hielt man für zu eigenwillig, Ponys dagegen für wesentlich eleganter – obwohl sie alsbald zusammenbrachen. So ließ sich zwar, erstaunlich genug, das Expeditionsziel erreichen, aber zu spät: Einige Tage zuvor hatten andere den Ruhm der zuerst Dagewesenen für sich in Anspruch genommen.

Der Rückweg wurde zum Marsch der Leiden. Hätte nicht der einsame Tagebuchschreiber Monate zuvor bei der Einrichtung eines Depots den erschöpften Ponys vorzeitig die Last abnehmen lassen, befänden sich jetzt Vorräte in erreichbarer Nähe. „Ich handle als Christ“, hatte er seine Entscheidung mit dem Hinweis auf die geschundenen Tiere begründet. Am 29. März 1912 schreibt er seine letzten Worte: „Es ist ein Jammer, aber ich glaube nicht, dass ich noch weiter schreiben kann.“ Er legt die Körper seiner mittlerweile verstorbenen Kameraden zurecht, kriecht aus dem Schlafsack, öffnet die Jacke und erwartet das Ende.


Wie hieß der unglückliche Tagebuchschreiber, und welches Ziel verfolgte seine Expedition?

Die Antwort steht morgen im Abendblatt. In der Montagausgabe suchten den Namen eine Feldherrn. Gemeint ist Julius Caesar, der 100 v. Chr. zur Welt kam und 44 v. Chr. ermordet wurde.

( jasch )

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