Norderstedt

Albertinen-Hospiz eröffnet im Oktober

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Henstedt-Ulzburgs Bürgermeisterin Ulrike Schmidt (l.) und Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder inspizieren die Baustelle. 

Henstedt-Ulzburgs Bürgermeisterin Ulrike Schmidt (l.) und Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder inspizieren die Baustelle. 

Foto: Christopher Herbst

Einrichtung in Friedrichsgabe ohne Verzögerungen durch Corona. Schon zwei Drittel der nötigen Spenden sind sicher

Norderstedt. Es ist einige Zeit her, dass es im künftigen Albertinen-Hospiz, das in Friedrichsgabe entsteht, einen öffentlichen Termin gegeben hat. Selbst das Richtfest fand wegen der Corona-Einschränkungen in einem kleinen Rahmen statt. Was die Gäste, darunter Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder und erstmals ihre neue Amtskollegin aus Henstedt-Ulzburg, Ulrike Schmidt, nun sehen, stimmt alle zufrieden.

„Wir sind größtenteils im Plan“, berichtet Geschäftsführer Andreas Hausberg. „Ich gehe davon aus, dass alles auf den Punkt kommen wird. Wir sind zuversichtlich, dass wir am 21. und 22. September die Bauabnahme hinbekommen.“ Dann würde noch die Genehmigung durch die Heimaufsicht des Kreises erfolgen, ehe der Betrieb am 2. Oktober offiziell aufgenommen werden könnte.

Die Einrichtung an der Lawaetzstraße wird das erste stationäre Hospiz in Schleswig-Holstein mit diakonischer (Albertinen Diakoniewerk) und kommunaler Trägerschaft (Norderstedt, Hen­stedt-Ulzburg) sein. Das Einzugsgebiet reicht von Norderstedt bis nach Neumünster, eine Region mit 270.000 Menschen. Die 14 Zimmer sind identisch, alle haben behindertengerechte Bäder, durch Fenster- und Türenelemente bis zum Boden gibt es einen freien Blick ins Grüne, dazu eine direkte Verbindung, um bei gutem Wetter Bewohner mit Bett in den Innenhof zu bringen.

Während die Baumaßnahmen vorankommen, steht auch das Personal weitestgehend. So hat Dagmar Andersen bereits jetzt die Einrichtungsleitung übernommen. Sie war zuletzt achteinhalb Jahre verantwortlich für ein Hospiz in Lübeck (Rickers-Kock-Haus) mit sieben Betten. Der Kontakt zu Geschäftsführer Hausberg kam über den Hospiz- und Palliativ-Verband Schleswig-Holstein zustande. „Es ist ein schönes Arbeitsumfeld, auch wenn es ein bisschen speziell ist“, so Andersen. Das müsse man ja nicht näher erläutern.

Sie wird nun damit beginnen, die Aufnahmen der ersten Bewohner vorzubereiten, sich dazu um Kooperationen kümmern und die Ehrenamtlichen koordinieren. 15 freiwillige Sterbebegleiter wird es geben, sie durchlaufen derzeit ihre Befähigungskurse. Zum 1. Oktober beginnen zudem 25 hauptamtliche Mitarbeiter ihren Dienst, darunter 19 Pflegekräfte. Dass die Stellen besetzt sind, „spricht für das Konzept“, sagte Elke Christina Roeder. „Hier wird die Arbeit angenehm sein.“

25 hauptamtliche Stellen sind bereits besetzt worden

Ulrike Schmidt, erst seit Anfang Juni im Amt, hatte das Projekt im Verlaufe des Henstedt-Ulzburger Bürgermeisterwahlkampfs kennengelernt. Sie zeigte sich positiv überrascht vom Fortschritt trotz der Corona-Krise. „Das Hospiz war, auch aus der Politik, ein großes Bedürfnis. Es ist zusammen mit der Stadt Norderstedt ein großer Wurf, es liegt uns allen sehr am Herzen.“

Eine Säule des Albertinen-Hospizes sind die Spenden, ohne die eine langfristige Finanzierung nicht möglich wäre. Andreas Hausberg berichtete, dass knapp zwei Drittel – 655.000 Euro – der benötigten eine Million Euro entweder bereits eingegangen oder zumindest fest zugesagt seien. Sogar eine Stiftung aus Chicago habe sich beteiligt, dazu gebe es zahlreiche Kondolenzspenden über 50 oder 100 Euro.

Die Stiftung der Nachbarstadt Quickborn hat 20.000 Euro gespendet, aus dem Sozialfonds der Gemeinde Hasloh kommen weitere 5000 Euro. Allerdings sind zuletzt wegen der Corona-Pandemie auch zwei fest eingeplante Benefizveranstaltungen ausgefallen. Elke Christina Roeder sicherte allerdings zu, dass die Stadt Norderstedt noch „das eine oder andere machen werde“.

Insgesamt geht der Geschäftsführer davon aus, dass die Investitionskosten stabil bei 4,6 Millionen bleiben werden. Durch die Senkung der Mehrwertsteuer auf 16 Prozent könnten in der Abschlussrechnung vermutlich sogar 50.000 Euro eingespart werden – allerdings dürfte sich das ausgleichen durch Mehrkosten für die Haustechnik. „Ich hoffe, dass wir auf die schwarze Null kommen“, so Hausberg.

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