Tangstedt

Costa Kiesa: "Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt"

Helge Reuter, Leiter der Polizei Tangstedt, und Tangstedts Bürgermeister Jürgen Lamp an der Absperrung der Costa Kiesa.

Helge Reuter, Leiter der Polizei Tangstedt, und Tangstedts Bürgermeister Jürgen Lamp an der Absperrung der Costa Kiesa.

Foto: Annabell Behrmann

Gemeinde Tangstedt hatte das Areal um den Baggersee zum Sperrgebiet erklärt, weil der Strand an den Tagen zuvor überfüllt war.

Tangstedt.  Tangstedts Bürgermeister Jürgen Lamp hat ein vergleichsweise stressfreies Wochenende hinter sich, denn an der Costa Kiesa ist es ruhig geblieben. „Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt, aber den befürchteten großen Andrang hat es nicht gegeben“, sagte Lamp am Sonntag. Wie berichtet, hatte die Gemeinde das Baggersee-Areal Ende der vergangenen Woche zum Sperrgebiet erklärt, weil in den Tagen zuvor der Strand völlig überfüllt gewesen war. Das ausgesprochene Verbot, nicht im See zu baden oder im Sand zu liegen, wurde missachtet. Damit die Costa Kiesa nicht zum Corona-Hotspot wird, sah Tangstedts Bürgermeister keine andere Möglichkeit, als das Gebiet abzusperren.

„Mir tut das richtig leid, dass wir diese Maßnahmen ergreifen mussten“, sagt Lamp. Die Sommerferien hätten in Hamburg und Schleswig-Holstein begonnen und er könne gut verstehen, dass die Leute ans Wasser wollen. „Aber die Gemeinde trägt eine große Verantwortung. Deswegen muss ich leider den ,Badman‘ spielen.“

Seit Freitag ist die Costa Kiesa abgeriegelt. Bauzäune blockieren die Parkbuchten an der Harksheider Straße. Ein zehnköpfiger Sicherheitsdienst hält Besucher davon ab, das Gelände zu betreten. Am ersten Tag wendeten immer wieder Autofahrer auf der Straße, weil sie am Parkplatz abgewiesen wurden. Am Sonnabend und Sonntag war die Polizei in einem Sondereinsatz vor Ort, doch die Beamten hatten nach Lamps Worten wenig zu tun.

Die einzige Alternative, um die Kiesa doch zu nutzen, wäre, ein Hygienekonzept zu erstellen. Doch das ist kurzfristig kaum zu schaffen. Dixitoiletten müssten nach jeder Nutzung desinfiziert werden. Hinzu käme ein enormer personeller Aufwand.