Denksport-Rätsel

Er war ein begnadeter Komiker

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Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Gesucht wird ein Entertainer, der aus armen Verhältnissen stammte und der auch mit seinen Brüdern zusammen sehr erfolgreich war.

Norderstedt.  Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit.


Eine Zuflucht soll die Stadt sein, Schmelztiegel aller Rassen und Sprungbrett für steile Karrieren. Doch viele, die mit ihrem Traum von Chancengleichheit hierher ziehen, leben in Vierteln, deren Straßenschluchten strenge ethnische Grenzen markieren. So wohnen noch heute die meisten deutschstämmigen Juden an der sogenannten Unteren und Oberen Ostseite.

Dort lebte um die vorletzte Jahrhundertwende auch die Familie des 1890 geborenen Julius. Der Vater war ein Herrenschneider von fragwürdigem Ruf – angeblich benutzte er nie ein Zentimeterband, sondern verließ sich strikt auf sein höchst zweifelhaftes Augenmaß. Die Mutter gab Julius, den dritten von insgesamt fünf Söhnen, nach wenigen Schuljahren bei einem Perückenmacher in die Lehre. Insgeheim strebte er jedoch nach Höherem: Er übte seinen Sopran im evangelischen Kirchenchor, aus dem er prompt hinausflog, als der Pastor feststellte, dass sein Chorknabe Jude war.

Im Verein mit seinen talentierten Brüdern schaffte er nach jahrelanger Tingelei über Kleinstbühnen dennoch den Durchbruch. Die Komödiantentruppe trat am Broadway auf, drehte Kinofilme und begeisterte durch virtuose Musikeinlagen. Zum absoluten Star wurde aber Julius – der kleine Mann mit der unvermeidlichen Zigarre, zynischen Bonmots und beredt zuckenden Augenbrauen hinter funkelnden Brillengläsern.

Trotz des Millionenvermögens vergaß er seine einstige Armut nie, und er ließ keine Gemeinheit unwidersprochen. Als er sich – längst eine prominente Persönlichkeit – um die Mitgliedschaft eines Schwimmclubs in Hollywood bewarb und eine Absage erhielt (angeblich ließ die Vereinssatzung die Aufnahme jüdischer Bewerber nicht zu), konterte er mit dem öffentlichen Vorschlag: „Meine Kinder sind nur Halbjuden; dürften sie sich vielleicht bis zum Bauchnabel im Kinderbecken bewegen?“ Aus welchem Schmelztiegel stammt Julius, und wie lautete sein Künstlername? Die Antwort steht am Montag im Abendblatt. In der Freitagausgabe suchten wir nach dem österreichischem Schriftsteller Robert Musil, der 1880 in St. Ruprecht bei Klagenfurt geboren wurde und 1942 in Genf starb.

( jasch )

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