Norderstedt

Trickbetrüger ergaunert Geld mit ADAC-Masche

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Ein Einsatzfahrzeug der Polizei (Symbolbild).

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei (Symbolbild).

Foto: Eibner-Pressefoto / picture alliance / dpa

Ehepaar aus Glashütte beklagt Verlust von 200 Euro und will Mitbürger warnen. Der Täter klaute das Geld direkt aus der Geldbörse.

Norderstedt. Es ist der Frau ein Bedürfnis, den unangenehmen Fall zu schildern, um Mitbürger zu warnen. „Ich möchte, dass die Leute vorsichtig werden“, sagt sie. Die 75 Jahre alte Abendblatt-Leserin und ihr Mann (80) sind mutmaßlich Opfer eines dreisten Trickbetrügers geworden, der sie Anfang dieser Woche an der Poppenbütteler Straße in Glashütte überrumpelt hat. Auf Höhe der Hausnummer 260, das ist im Bereich der Hochhäuser zwischen Segeberger Chaussee und Tangstedter Landstraße, sei ihnen der Mann aufgeregt entgegengekommen, berichtet die 75-Jährige unserer Zeitung. „Er wollte die Telefonnummer des ADAC haben“, so die Frau.

Ihr Mann begann, in seinem Portemonnaie zu kramen. Dann passierte Folgendes: Der mutmaßliche Betrüger – er wird als 40 bis 50 Jahre alt mit südländischem Erscheinungstyp und dunklen Haaren beschrieben – sprang quasi auf sie zu, deutete mit dem Finger in die Geldbörse. „Da, da ist die ADAC-Karte“, soll er gesagt haben. Das stimmte nicht, es handelte sich um eine andere Karte. Daraufhin ging er einige Schritte zurück. Und fragte, ob er ein 2-Euro-Stück in vier 50-Cent-Münzen wechseln könne. Das passende Kleingeld hatte das Norderstedter Rentnerpaar nicht. Der Mann eilte davon. Beim nächsten Blick in das Portemonnaie bemerkten die Eheleute, dass 200 Euro fehlten. „Wir wollten an die See fahren“, sagt die Frau. Sie hatten nicht gesehen, wie der Mann die beiden 100-Euro-Noten entwendete, sind aber sicher, dass es so gewesen sein muss. „Hinterherlaufen konnte ich ihm nicht“, so die Geschädigte. Sie ist überzeugt: Der Unbekannte wollte keine Telefonnummer. „Er wollte an unser Portemonnaie.“

Die Polizei kennt solche Fälle, sie kommen in unterschiedlichen Variationen insbesondere des Geld-Wechsel-Tricks immer wieder vor. Unter www.polizei-beratung.de gibt es eine Broschüre, die sich speziell an Senioren richtet. Polizeisprecher Lars Brockmann rät zudem: „Im Falle eines Geldwechsels schirmen Sie die Geldbörse mit dem Körper ab beziehungsweise wenden sich ab. Sollten Sie mit mehreren Personen unterwegs sein, schirmen sie sich gegenseitig ab.“ Und: „Lassen Sie auf keinen Fall eine fremde Person in Ihre Geldbörse greifen. Lassen Sie sich nicht bedrängen. Bitten Sie laut und deutlich um Hilfe von umstehenden Personen.“

Manchmal reicht offen gezeigte Skepsis schon, so Brockmann. „Häufig lassen Täter bereits von ihrem Vorhaben ab, sobald sie merken, dass jemand misstrauisch wird.“

( che )

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