Rätsel

Wer war der Großmeister beißender Ironie?

| Lesedauer: 3 Minuten
Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. In unserem Denksport-Rätsel suchen wir heute den Namen eines bedeutenden Schriftstellers.

Kreis Segeberg.  Das Konzert ist abgesagt, Geisterspiele der Bundesliga im menschenleeren Stadion sind nicht so Ihr Ding, das Shoppen macht mit der Maske im Gesicht keinen Spaß und die Kumpels am Stammtisch in der Kneipe können Sie auch noch nicht treffen. Was tun? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!


Das Wildschwein durchbrach suhlend das obere Erdreich. Danach beobachteten Bewohner einer benachbarten Siedlung, wie Salzkristalle im Fell des Tieres glitzerten. Schwein gehabt – im Mittelalter galt Salz als einzig bekanntes Konservierungsmittel für Fleisch und Fisch und somit als gefragtes, gut bezahltes Handelsgut. Das Geschäft blühte. Bis zum 16. Jahrhundert wurde das Dorf zu einer der reichsten Städte Deutschlands. Andernorts verehrt man die Reliquien Schutzheiliger – hier präsentiert man bei Rathausführungen staunenden Touristen einen altersgrauen Knochen der legendären Wildsau.

Die Fassaden der Altstadt-Bürgerhäuser sind Monumente einstigen Wohlstands. Die Autorin Ricarda Huch schwärmte angesichts dieser Pracht von „Träumereien in Backstein“. Ein Kollege dagegen, eher auf prickelndes Leben bedacht, bezeichnete im Jahr 1823 die Stadt gnadenlos als „mürrisch und spießig, eine Residenz der Langeweile“.

Die Eltern des gebürtigen Düsseldorfers wohnten von 1822 bis 1828 in einem noch heute erhaltenen Haus am Marktplatz. Der Sohn hatte gerade einige Studiensemester in Berlin absolviert und auch die Spreestadt verunglimpft: „Es sind wahrlich mehrere Flaschen Poesie dazu nötig, wenn man in Berlin etwas anderes sehen will als tote Häuser und Berliner.“ Sich selbst bezeichnete sich der Großmeister beißender Ironie als „armen Subjektivling“.

Als Banklehrling und Kaufmann gescheitert, schrieb er bissige Gedichte und Reiseerzählungen. Sein Onkel, der ein millionenschwerer Bankier war, spottete über ihn: „Hätte der dumme Junge was gelernt, so brauchte er nicht zu schreiben Bücher.“ Der Neffe revanchierte sich locker: „Das Beste an ihm ist, dass er meinen Namen trägt!“ und schrieb ihm ins Poesiealbum: „Lieber Onkel, geben Sie mir 100.000 Mark und vergessen Sie auf ewig Ihren Sie liebenden Neffen.“

Der unbändige Geist verbrachte seine letzten acht Lebensjahre in Paris, allerdings gefesselt in einem maroden, bettlägerigen Körper. „Worte! Worte! Keine Taten! Immer Geist und keinen Braten.“

Etwas anderes blieb ihm nicht mehr.


Wie hieß der scharfzüngige Poet? Wie heißt die Stadt, in deren erst 1980 stillgelegter Saline heute das „Deutsche Salzmuseum“ residiert?

Die Antwort steht morgen im Hamburger Abendblatt. In der Mittwochausgabe fragten wir nach einem Komponisten, der nur 39 Jahre alt wurde. Es ist Frédéric Chopin, der 1810 im Herzogtum Warschau zur Welt kam und 1849 in Paris starb.

( jasch )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Norderstedt