Kreis Segeberg

Wachdienst soll Flüchtlingsunterkunft schützen

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Die Flüchtlingsunterkunft in Schackendorf.

Die Flüchtlingsunterkunft in Schackendorf.

Foto: Thorsten Ahlf

Kreis Segeberg will Sicherheitsdienst für Einrichtung in Schackendorf engagieren. Vertrag mit Johannitern endet im Oktober 2022.

Bad Segeberg. Der Kreistag entscheidet in seiner heutigen Sitzung (18 Uhr, Kreissporthalle, Burgfeldstraße in Bad Segeberg) über das künftige Konzept für die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Schackendorf. Wie berichtet, soll die Leitung nicht mehr bei den Johannitern liegen, sondern bei der Kreisverwaltung. Diese würde dann ein Betreuungsmodell erstellen und einen Träger mit der Umsetzung beauftragen.

Eine mögliche Ausschreibung müsste laut Kreis in der ersten Jahreshälfte 2021 vorgenommen werden – der Vertrag mit den Johannitern endet allerdings erst am 31. Oktober 2022. Der Sozialausschuss hatte den Verwaltungsvorschlag bereits einstimmig angenommen.

Ebenso soll ein externer Sicherheitsdienst damit beauftragt werden, an Wochenende (20 bis 5 Uhr) sowie zweimal werktags außerhalb der regulären Betreuungszeiten den Schutz der Bewohner zu gewährleisten. Das würde 2020 40.000 Euro kosten, dann bis 2025 jährlich 140.000 Euro. Die Erfahrung, so der Kreis, habe gezeigt, dass für den Notfall Aufsichtspersonen und Ansprechpartner anwesend sein sollten – denn die Anzahl jener Personen in der Unterkunft, die traumatisiert ist, nehme zu.

Dazu würden in Schackendorf offensichtlich vereinzelt Feiern stattfinden, bei denen auch Unbefugte zu Gast seien. Dazu befürchten Bewohner, Opfer rassistischer Übergriffe zu werden – nicht zuletzt, weil in Bad Segeberg in jüngerer Vergangenheit wiederholt Neonazis der Gruppierung „Aryan Circle Nord“ Präsenz zeigten. Als Vergleich nennt der Kreis, dass es in der Boostedter Unterkunft eine dauerhafte Polizeistation gebe und für die Landesunterkunft im Levo-Park ein fester Wachdienst vorgesehen sei.

Die CDU wird einem Drei-Jahres-Vertrag für einen Sicherheitsdienst nicht zustimmen, so die Fraktionsvorsitzende Doris Grote. Ein Grund: die lange Laufzeit ohne Ausstiegsmöglichkeit bei veränderter Sachlage. „Die Kosten muss der Kreis allein tragen, das Land wird sich nicht beteiligen“, so Grote, die anfügt: „Es gab bisher keine Angriffe auf die Gemeinschaftsunterkunft“.

( che )

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