Kreis Segeberg

Rätsel: Ein Adelsdrama wie in einem Schundroman

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Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tagen stellen wir Ihnen eine Aufgabe. Im Denksport-Rätsel suchen wir eine Adlige, die ihr Leben auf einem Wasserschloss fristen musste

Kreis Segeberg.  Das Konzert ist abgesagt, Geisterspiele der Bundesliga im menschenleeren Stadion sind nicht so Ihr Ding, das Shoppen macht mit der Maske im Gesicht keinen Spaß und die Kumpels am Stammtisch in der Kneipe können Sie auch noch nicht treffen. Was tun? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s!


Gemütliches Fachwerk vermittelt den Eindruck heiler Welt. Die Bürger nennen ihre Stadt „Rothenburg des Nordens“ und verweisen auf mehr als 450 Fachwerkhäuser im Altstadtbereich. Die meisten Häuser entstanden im Renaissancestil, was ganze Straßenzüge trotz des von Haus zu Haus unterschiedlichen Fassadenschmucks faszinierend einheitlich aussehen lässt. Vom Turm der Stadtkirche (234 Stufen) blickt man über die Altstadtdächer und auf ein weißes Schloss mit einer kulturellen Rarität: Es beherbergt Deutschlands ältestes ständig bespieltes Barocktheater. Herzog Georg Wilhelm ließ das Theater 1674 einrichten – unwissend, dass er die größte Tragödie seines Lebens nicht auf der Bühne, sondern in der eigenen Familie erleben würde.

Nach des Vaters Tod hatten sich dessen Söhne die Herrschaft geteilt: Johann Friedrich übernahm Hannover, Georg Wilhelm behielt den Stammsitz. Aus der scheinbar unproblematischen Lösung erwuchs ein Adelsdrama von feinstem Schundroman-Format. Georg Wilhelm (Stammsitz) ehelichte eine nicht ganz standesgemäße Hugenottin. Um beide Besitztümer in der Familie zu halten, vermählte das Paar die gemeinsame Tochter mit Vetter Georg Ludwig (Hannover, Sohn von Johann Friedrich). Die junge Gattin hielt von ihrem Ehemann wenig, desto mehr jedoch von ihrem Liebhaber (schmucker schwedischer Offizier) und erwog gemeinsames Durchbrennen. Davon wiederum hielt der gehörnte Ehemann nichts. Georg Ludwig ließ den Nebenbuhler kurzerhand ermorden, als sich dieser just auf dem Weg zur Geliebten befand. Die Ehe wurde aufgelöst, die untreue Gattin fristete ihr restliches Dasein auf einem abgelegenen Wasserschloss. Der Mörder machte Karriere als König von England. Im Zuge der Personalunion mit dem englischen Königshaus bestieg der Kurfürst von Hannover 1714 den britischen Thron als König Georg der Erste. Die Ex-Gattin verstarb 1726. Erst ihr Leichnam durfte zwecks Bestattung in die Vaterstadt zurückkehren. Dort ruht sie in der Fürstengruft unter der Stadtkirche.


Wie hieß die Unglückliche, deren Schicksal diverse Verfasser historisch-galanter Schlüsselromane inspirierte? Und wo steht ihrer Väter Burg?
Die Antwort steht in der Wochenendausgabe des Abendblatts. In der Donnerstags-Ausgabe suchten wir nach Heinrich Schliemann (1822–1890), der in St. Petersburg vom „blutigen Blei“ profitierte.

( jasch )

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